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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 9-10 (1877) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
9-10 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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137 kommt oft mit denselben in Berührung, wie er denn auch einige derselben in seinem Geschäft angcstellt hat. Dr. ..ein sehr bekannter Mann, der sich der Achtung der ganzen Stadt erfreut, arbeitet unermüdlich für die Ausbreitung des Reiches Christi und ist das Mittel geworden, zwei seiner israelitischen Mitbrüder, Männer von guter Stellung in der Gesellschaft, zum Fuße des Kreuzes zu führen. Von ihm und einem andern jüdischen Bekehrten erzählten die leitenden Blätter der Hauptstadt, als sie berichteten, daß sie dem britischen Christenthum, der englischen Menschenfreundlichkeit und der englischen Thatkraft im Mittelpunkt des türkischen Krieges Ehre gemacht hätten. Wie viel hat das Christenthum durch diese und so manche andere bekehrte Juden gewonnen! Hat aber die Welt jemals von einem Mitgliede der Synagoge gehört, das ein Leben voll beständiger Selbstverläugnung allein zum Wohle der bedrängten Menschheit, ohne Unterschied der Nationalität und des Glaubens geführt hätte? Die Antwort wird wohl ausbleiben müssen! Miss. Wolkenberg fügt noch hinzu, daß die übrigen Proselhten anö jener von ihm genannten Zahl alle ein ehrbares christliches Leben in verschiedenen Stellungen führen. Auf dem europäischen Festlande interessirt uns zunächst Holland als ein altes Arbeitsfeld der Londoner Mission. Die holländischen und zumal die Amsterdamer Juden sind zu einem bedeutenden Theile Nachkommen jener spanischen und portugiesischen Flüchtlinge, die hier vor ihren Verfolgern Ruhe fanden. Von je her hat dieselben ein konservativer Zug gekennzeichnet. Miss. Adler erwähnt denn auch von Neuem, daß die holländischen Synagogen sich bisher eine äußere Gleichförmigkeit in ihren Gottesdiensten bewahrt haben. Ungleich den Juden in Deutschland und anderwärts theilen sie sich nicht in orthodoxe und reformerische Gemeinden. Dennoch ist auch hier der Talmudismus und das talmudische Studium offenbar in der Abnahme. Sie selbst erkennen es an und beklagen es. Hunderte, wenn nicht tausende von Juden, besonders in der Hauptstadt, haben der Synagoge den Rücken gewandt. Manche unter diesen leben ganz ohne jede Religion, andre zichn protestantische Gotteshäuser der Synagoge vor. Das gilt besonders für die Juden der gebildeten Stände und von unabhängiger gesellschaftlicher Lage. Alle bisher gemachten Beobachtungen be-

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