Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Mission, und ganz besonders gilt dies für England, daß sie auf die Evangclisirung eines Volkes abzielt, welches sich sozial und intellektuell auf gleicher Stufe mit den Christen befindet, und das nur des Werks des Seelen erneuernden heiligen Geistes bedarf, um es zur christlichen Höhe in seinen moralischen Anschauungen zu erheben und es mit jener sichern und gewissen Hoffnung der seligen Unsterblichkeit zu erfüllen, von der sic, nach ihrem eigenen Eingcständniß, wie es ausdrücklich oder doch in ihren Worten liegend abgelegt wird, gegenwärtig so ganz verlassen sind. Wie aber unter ihren christlichen Mitbürgern nur die ärmeren Klassen den Fremden leichter zugänglich sind, so steht auch unter den Inden die Ausführbarkeit des Besuchs derselben in ihren Häusern iin ungekchrtcn Vcrhältniß zur Höhe ihrer sozialen Stellung, und die Schwicrigkeit, sie in ihren Häusern zu erreichen, ist desto größer, wenn der Besucher ein Missionar ist. Man muß dies immer im Auge behalten, wen.» man sich eine richtige Beurtheilung für das in Angriff genommene Feld bilden will und darauf ausgeht, die wirksamsten und praktischsten Mittel zu seiner Bearbeitung zu ergreife». Der Eindruck aber, den man aus dem Verkehr mit den geringeren Klassen gewinnt, unter denen noch ein gewisser traditioneller Glaube herrscht, ist im Allgemeinen der Annahme günstig, daß der Widerspruch gegen das Christenthum viel von seiner früheren Heftigkeit verloren hat; nur an einer positiven Würdigung desselben fehlt noch viel." Miss. Wolkenberg hat aber auch sein Auge auf die bereits getauften Juden gerichtet, und seine hier von ihm gemachten Erfahrungen sind nicht weniger wichtig für den, welcher das Werk der Judenmission recht kennen und beurtheilen lernen will. Wolkeuberg kennt in seiner unmittelbarsten Umgebung 20 Proselyten, fast alle eine direkte Frucht der Missionsthätigkeit. 5 derselben machen dem Christenthum keine Ehre. Von den Uebrigen ist einer ein in seiner Gemeinde sehr geachteter christlicher Prediger. Der einzige Vorwurf, welchen ein Israelit im Gespräche mit dem Missionar gegen Herrn M., einen wohlhabenden Mann und Kirchenvorsteher, zu machen wußte, bestand darin, daß derselbe nie ein regelmäßiger Besucher der Synagoge gewesen sei! Ein anderer Proselht, ein wohlhabender Tuchhändler, ergreift jede Gelegenheit, seinen unbekehrten Brüdern die Forderungen des Evangeliums an's Herz zu legen, und er