Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 nahm er mit Dank das Anerbieten an, zeitweise seinen Zufluchtsort in der Missionsherberge für Wanderer zu suchen. Hier blieb er zwei Monate, dann erlangte er eine Stelle als Lehrer der alten Sprachen und der Mathematik in einer lateinischen Schule. In dieser neuen Stellung vernachlässigte er das Studium des göttlichen Wortes und das Gebet nicht. Jeder seiner zahlreichen Briefe an Miss. Stern athmete den Geist - eines bußfertigen und mit Ernst nach der Wahrheit sagenden Menschen. Während der Weihnachtsferien kam er nach London, und auf seinen besvndern Wunsch bereitete ihn Miss. Stern zur Taufe vor. Wenige Wochen später stand er am Taufsteine. Dieser feierliche Akt zerriß für ihn jedes Faunlienband, aber er fand den Frieden im Gewissen, Gemeinschaft mit Gott und die sichere Hoffnung auf ein ewiges Glück und Ruhe — und das gab ihm Ersatz für Alles. Gegenwärtig ist er an einer Schule in Dorsetshire beschäftigt, er beabsichtigt aber, sich später zum Missionsdienste oder zum geistlichen Amte vorzubereiten. Ein anderer Fall ist der eines gewissen A. und seiner Familie. Dieser Mann war noch vor wenigen Jahren ein wohlhabender Kaufmann in Oesterreich. Infolge der finanziellen Krisis, welche der Wiener Industrie-Ausstellung folgte, verlor er mit tausend Anderen all das Seine. Nachdem er sich mit seinen Gläubigern auseinandergesetzt, wanderte er mit seiner Frau, einer intelligenten deutschen Jüdin, nach Amerika aus, wo er seine Lage zu verbessern und vielleicht auch sein verloren gegangenes Vermögen wiederzuerlangen hoffte. Aber auf der andern Seite des Atlantischen Oceans blühten die Geschäfte auch nicht, und so beschloß er nach manchen üblen Erfahrungen, und ehe seine letzten Mittel erschöpft waren, zu versuchen, was in England zu machen wäre. Er hatte gute Empfehlungen, war mit der Börse und dem Comtoir wohl vertraut und glaubte, daß es um deß allen willen in einem Lande, welches von fremden Firmen wimmelt, sicher für ihn keine Schwierigkeit haben würde, einen passenden Posten zu erlangen. Während seines Aufenthaltes in New-Jork sprach einer seiner Vettern, der 12 Jahre früher durch den verstorbenen vr. Ewald zur Erkenntniß Christi geführt worden war, häufig mit ihm über das Christenthum. Religiöse Gespräche waren jedoch nicht nach seinem Geschmack. Er war als Jude geboren und hoffte als solcher zu sterben; und warum sollte er die Kirche der Synagoge vorziehn? Der Eine rief