Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 7-8 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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121 Gelehrten sowohl als bei Missionsvereinen. So tonnte er denn als Vorläufer des Ganzen im Jahre 1870 den Römerbrief erscheinen lassen, aber derselbe fand doch nur eine sehr mäßige Abnahme. Missionsgcsellschaften waren thcils nicht Willens, theils nicht im Stande, Prof. Delitzsch für sein weiteres Werk zu unterstützen. Deshalb wandte er sich an die britische Bibelgesellschaft, und diese hat nach längeren Verhandlungen die Veröffentlichung der Ucbersetzung des thcureu Gelehrten übernommen. Die erste Ausgabe wird in 2,500 Expl. gedruckt und kostet 1 Mk. 1 Pf.; schon in allernächster Zeit wird sie von der Bibelgesellschaft zu beziehen sein. Prof. Delitzsch wollte am Abend seines Lebens dem Volke Israel, dem er seine Liebe stets zugewandt hat, noch ein bleibendes Erbe übcrmachcn. Der Herr hat ihm dazu die Kraft verliehen und seine Gebete erhört; sein Segen wird auch das Evangelium begleiten, wenn es nun Israel auf's Neue in seiner eigenen Sprache anredet. Friede sei mit dem, der es geschrieben, und Friede mit Allen, die cs lesen! Moses Mendelssohn nnd Missionar Litske. Die von Justus Israel Beyer in Halle herausgcgebenen „Fortgesetzten Nachrichten" der Callenberg'schen Inden-Mission enthalten in ihrem 12. Stück (1788) einen Bericht des Missionar Litske über ein Gespräch, welches er am 22. Juni 1784 mit Moses Mendelssohn in Berlin gehabt hat. Dasselbe ist höchst interessant. Beide Theile waren einander nicht gewachsen. Der Missionar zeigt schon den Einfluß der rationalistischen Schule, welche damals bereits allmächtig zu werden drohte, wiewohl er selbst an der alten orthodoxen Kirchenlehre noch festhält; es fehlt ihm jedesfalls an dem inneren und tieferen Verständniß für dieselbe. Dem jüdischen Reformator begegnet er mit großer Hochachtung und Ehrerbietung, und dieser verkehrt mit ihm in freundlicher Weise. Die Aeußerungen Mendelssohns in diesem Gespräch stehn in völligem Einklang mit dem, was er sonst dachte und schrieb, und stellen in Kurzem den ganzen Mann dar. Die ganze Unterhaltung aber ist zu lang, um sie hier mitzutheilen, sie nimmt in dem gedachten Berichte 41 Seiten ein. Nur eine Episode aus derselben möchten wir nicht übergehn; denn