Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 7-8 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 worden ist, sollen die Reise nach Pohlen antreten; es war kein Reisegeld in der Lasse, wir machten den Reise-Strich fertig und wußten noch nicht, wo was Herkommen würde, wollen aber doch auf unsere eigene Kosten so lange reisen, bis es uns aus der Lasse würde ersetzt werden können. Indem wir unsere Sachen zusammen packen, wird von der Post dem Directori, Herrn D. Callenberg, ein Brief von Augsburg mit 70 Rthlr. überbracht. Und so kam unser Reisegeld auf die Stunde, da wir es nöthig hatten. Es ist gut auf den HErrn harren! s. 4. Diese gnädige Vorsehung GOttes hat auch so weit gewaltet, daß Herr D. Callenberg von den milden Gaben so viel zurück legen konte, ein Bauer-Gut in Lettin bei Halle zu kaufen, welches aber steuerbar ist; zu dem durch den Krieg und die darauf folgende Viehseuche dergestalt verringert worden, daß es mehr zur Erhaltung gekostet, als die Einkünfte davon betragen haben. Mithin folgt von selbst, daß darauf bch so bewandten Umständen zeither keine grosse Rechnung zu machen gewesen scy. Indessen mag doch dieses Gelegenheit gegeben haben, auswärtig zu verbreiten, als ob die Anstalt schon so reich wäre, daß sie keines ferner« Beytrags mehr nöthig hätte. Nächstdem hat der sel. Herr Baron Degenfeld beh seinem Absterben ein Legat von tausend Thalern vermacht, welches der Herr D. Callenberg entweder gleich haben, oder bey der Familie auf Interesse stehen lassen konte. Weil nun Herr Callenberg das letztere erwählet, so wird von denen Hochgräfl. Degenfeldischen gnädigsten Erben das Interesse von besagten tausend Thalern jährlich ausgezahlct. Und das ist der Fond, welcher den sogenannten Reichthum bei dem Jnstituto ausmacht, nämlich ohngefähr 100 Rthlr. Pacht von dem bemeldeten Bauer-Gut, 50 Rthlr. von dem Baron Degenfeldischen Capital, und davon sollen 2 reisende Mitarbeiter gehalten werden, welchen man ohne Verletzung des Gewissens, beh ihren mühsamen Reisen und der jetzigen durchgängigen Theurung, jedem unter 100 Rthlr. zu ihrem ganzen Unterhalt nicht reichen kan. Ferner der Druck der Bücher, Binderlohn, Correspondenz und andere bey solchen Anstalten nothwendig vorfallende Ausgaben. Wo sollen die herkommmen? Antw. Aus milden Beyträgen. Und GOtt Lob! der alle neidische und miß-