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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 5-6 (1877) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
5-6 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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83 Seitdem ist, wie bereits in der vorigen Nummer mitgetheilt wurde, der treue Samani im Glauben selig entschlafen. Die Missionare und die Proselyten halten sich wacker in diesen schweren Zeiten; beweisen das doch die Briefe selbst am Schlagendsten. Das Land ist immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Jedoch sind die Aegypter, welche es angegriffen haben, vom Könige Johannes geschlagen und mußten sich den Frieden erkaufen. Die Sache des Evangeliums aber schreitet trotz aller Noch und alles Elendes in Abessinien weiter fort, und unter den Falaschas daselbst haben wir in Wahrheit eine reiche Ernte zu erhoffen. Clisabet Lremer. In Neapel wirkt gegenwärtig eine Proselytin, deren Lebensgang volle Theilnahme verdient, Clisabet Bremer mit Namen. Dieselbe ist das Kind sehr armer und besonders sehr wenig rechtlicher holländischer Juden. Sie wurde in ihrer Jugend in streng formalistischer Religiosität erzogen. Ausnahmsweise lernte sie lesen, sonst eine Seltenheit bei armen Juden in Holland. Erfüllt mit einem förmlichen Wissenshunger las sie nun aber auch Alles, was sie erreichen konnte, besonders Romane. Aus diesen lernte sie dann zuerst die Christen kennen, man kann sich denken, in welchem Lichte. Aber mancher krumme Weg führt auch zum Ziel. Es erwachte in ihr der Wunsch, die Christen persönlich kennen zu lernen und besonders ihre wunderbare Lehre, für die so viele aus ihrer Mitte Märtyrer geworden sind. Aber der Verkehr weckte in ihr nur Haß gegen die Christen, und ihr Interesse an der christlichen Religion schwand völlig, als der Judenmissionar Schwarz in Amsterdam eifrig zu predigen und zu wirken begann. Die Juden wurden durch das Zeugniß dieses Mannes so erregt, daß einer unter ihnen den Versuch machte, denselben zu tödten. Elisabet's Familie aber war mit einem solchen Fanatismus erfüllt, daß sie es lebhaft bedauerte, als dieser Versuch mißlang, und der Missionar nur eine schwere Wunde davontrug. Dennoch war die Tochter bei alle dem nicht ruhig. Der Tod ihres Vaters raubte ihr aber auch noch den letzten Frieden. Jetzt kamen die heftigsten Gemüths- und Gewiffensbewegungen über sie. Das Gesetz erdrückte sie, und besonders der Gedanke an die Ewigkeit 6*

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