Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 5-6 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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81 Auch unter den christlichen Priestern und Debteras haben wir viele Feinde, und wir können es nur als eine Erhörung der Gebete, die für uns zum HErrn emporgeschickt werden, ansehen, daß wir bisher vor diesen argen Leuten bewahrt wurden. Zu Ihrer und aller Freunde Freude dürfen wir es bekennen, daß Christus bisher bei uns stand, seine Kraft in uns Schwachen mächtig ward, und obwohl wir unsere eigene Ohnmacht tief fühlten, er uns doch das Vermögen gab, für ihn zu arbeiten. Wir bitten alle Heilige und Geliebte, fortzufahren, für uns zu beten. Der Arge kommt von verschiedenen Seiten mit Versuchungen auf uns zu, und es wäre ihm der größte Triumph, wenn es ihm auf die eine oder die andere Weise gelingen würde, unser Werk zu verhindern. Veranlaßt von der koptischen Priesterschaft hat die Regierung uns untersagt, die koptischen Christen zu unterrichten und ihnen das Wort Gottes zu verkündigen. Wir erklärten der Regierung, daß wir gesandt seien, zunächst um die Falaschas zu Christo zu führen; allein wenn Christen zu uns kommen, oder es Gelegenheit gebe, unterweisen wir sie im N. Test. Am 3. August erhielten wir obigen Befehl von Ras Wolda Selassie. — Wir wissen aber, daß wir hierin Gott mehr zu gehorchen haben, als den Menschen. Apostelgesch. 4,19. Es ist besser, man fürchtet den, der Leib und Seele verdammen kann in die Hölle, als diejenigen, welche nur den Leib tödten können. Auch unter den Soldaten hat übrigens die Predigt vom Kreuz und das Wort Gottes Eingang gefunden. Wir waren erstaunt, zu sehen, daß fast alle lesen können und, wie sie uns wiederholt bezeugten, die Bibel in der Amharischen Sprache lieben, weil sie alles, was sie lesen, verstehen können, was bei dem Aethiopischen nicht der Fall ist. Wir haben viele N. Test., biblische Geschichten und Traktate unter die Soldaten vertheilt, wofür sie sich recht dankbar erwiesen. Am 14. Okt. kam ein Falascha-Debtera aus der Provinz Semien etwa 5—6 Tagereisen von der Station entfernt. Er war gekommen, um sich Bücher zu erbitten. Wir gaben ihm die 5 B. Mose, den Propheten Jesaias und Traktate. Leider haben wir keine ganze Bibel mehr. — Wir lasen ihm viele Stellen aus der Bibel vor, verkündigten ihm den in's Fleisch gekommenen Sohn Gottes Jesum Christum, den Messias Israels und Heiland der verlornen Sünderwelt. Er. blieb einen Tag bei uns. Dankbar 6