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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 5-6 (1877) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
5-6 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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80 auch Falaschas bleiben. Er selbst aber erklärte, als er uns verließ, daß er wiederkommen werde. Im Juli gingen wir eines Sonnabends nach Aba Entenis, in der Hoffnung, mit Aba Maharee, dem Oberpriester der Falaschas, eine biblische Unterredung haben zu können. Als wir im Dorfe ankamen, befand er sich in seiner Hütte. Wir sandten ihm unfern Gruß mit der Bitte, uns mit seiner persönlichen Gegenwart zu beehren. Er ließ uns sagen, er empfange heute, am Sabbath, Niemand, und um den Tag nicht zu entheiligen, lasse er sich in keine Unterredung mit uns ein. Vieles Reden sei am Sabbath nicht erlaubt. Wir erwiderten, daß man das Wort Gottes allezeit lesen und darüber reden dürfe, und daß sich dazu kein Tag besser eigne, als der Sabbath. Es sei ja ein göttlicher Befehl: Laß das Gesetz nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf daß du haltest und thust allerdinge nach dem, was darinnen geschrieben steht. Allein alle unsere Vorstellungen halfen nichts. Seine Heiligkeit beehrte uns nicht mit seiner Gegenwart. Wir setzten uns dann an der Seite der Mesgid (Synagoge) nieder und zogen unsere Bibeln und Bücher hervor. Groß und Klein, Jung und Alt in dem Falaschadorfe versammelten sich neugierig um uns. Eine Stunde lang etwa hörte uns die Menge aufmerksam zu. Dann erhob sich ein Falascha und sagte zu mir (Samani): „Du bist ein von Gott verworfener und gestrafter Mensch. Ein böser Geist ist in dir, der dir keine Ruhe läßt. Erst hat er dich von einem Meer zum andern getrieben, dann in'S Land der Europäer gebracht, aber Ruhe hat er dich nicht finden lassen. Und jetzt, nachdem du in dein Land zurückgekehrt bist, läßt er dich nicht ruhen, sondern treibt dich herum von einem Dorfe zum andern. Hätte ich keine Furcht vor dem Könige, jetzt sogleich würde ich dich in Stücke zerhauen." Noch vieles Andere sagte er und schrie dabei so heftig, daß an Erwiderung nicht zu denken war. Es entstand ein Aufruhr unter der Versammlung, der Eine schrie Dies, der Andere Jenes. Wir hatten unser Zeugniß abgelegt und entfernten uns. Was sollen wir zu solchen Erfahrungen, die sehr zahlreich find, sagen? Wohl nichts, als uns das Wort Jesu in Erinnerung bringen: „Ihr müsset gehastet werden von Jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharret bis ans Ende, wird selig.« Matth. 10, 22.

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