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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 5-6 (1877) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
5-6 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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79 empfangen haben; so sehr regt sich das Heimweh, daß wir uns in dem Lande, in welchem wir geboren wurden, wie Fremdlinge fühlen. Aber um unsers HErrn Jesu Christi willen achten wir es als Freude; denn er hat uns eine Hoffnung in's Herz gegeben, die unter dem Schwersten unfern Glauben stärkt. — Wer mir Nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach; und wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren, wer es aber verlieret um meinet und des Evangelii willen, der wird es finden. Die Verkündigung des Evangeliums unter den Falaschas ist in Wahrheit ein Kreuztragen. Als Sendboten Christi gehen wir mit dem Evangelium in die Häuser der Falaschas. Nachdem wir ihnen Stellen aus dem A. Test, vorgelesen, bitten wir, sie möchten doch an Den glauben, von dem Moses und die Propheten gezeugt haben, daß er sei die Arznei für die Welt. Er, Jesus Christus, sei es, der sie von ihren Sünden, dem Teufel und dem ewigen Tode erlösen möchte. Ohne ihn gebe es keine Vergebung, keinen Frieden, keine Hoffnung des ewigen Lebens. — Oft werden wir ausgelacht oder beschimpft. Die Antwort, welche die Meisten geben, ist: Unsere Vorväter haben nicht an Christum geglaubt und sind gestorben, sind sie verdammt — nun gut — dann wollen wir auch an keinen bessern Ort; laßt uns in Ruhe. — Am 14. Mai kam ein Falascha aus Agaw-Meder (6—7 Tagereisen) zu uns, um sich von uns über den christlichen Glauben der Europäer und die christliche Kirche in Europa belehren zu lassen. Er heißt Debtera Bafakadu. Drei Tage blieb er bei uns, wir lasen während derselben viel mit einander in der Bibel und forschten. Er ist von der großen Wahrheit überzeugt, daß Jesus der Messias, der Erlöser der sündigen Menschheit, der HErr unsere Gerechtigkeit ist. Er ist ein tiefer Denker und Schristforscher. Vor 14 Jahren, so erzählte er uns, habe er von Ihnen eine Bibel erhalten. Jene Bibel las er fleißig und verglich die Weissagungen von dem Messias in dem A. Test, mit dem N. Test. Nach und nach wurde es helle in seiner Seele, alle Vorurtheile fielen und alle Zweifel waren beseitigt. Er fand Christum und Christus fand ihn, und nun sagte er uns: Nicht allein ich bin zum Glauben gekommen, sondern ein großer Theil meiner Dorfbewohner sind durch meine Bibel von der Wahrheit überzeugt worden, wenn sie zunächst

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