Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 5-6 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 wurden zahlreich von Knaben besucht, sowie unsere Gottesdienste an Sonn- und Festtagen von Alt und Jung. Dann aber kam eine Zeit der Noth und Trübsal über Alle. Wir bekamen viele Soldaten in unsere Häuser, die Frucht, Geld und Alles, was sie fanden, Wegnahmen. Um Geld zu erpressen, wurden viele Leute gefoltert, d. h. mit Roßhaarschnüren wurden ihnen die nackten Arme umwunden, so daß das Blut nicht mehr circuliren kann, was entsetzliche Schmerzen und Todesqual mit sich bringt. Der Herr aber hat uns vor dieser Folter bewahrt. Der Hauptmann erbarmte sich über uns, als wir ihm sagten, wir seien Lehrer des Evangeliums. Unsere Mitarbeiter auf der Station in Dagusa, Liena und Alamie, sind in Ausübung ihres Berufes treu und fleißig. Sie und die Gläubigen dort haben unter der Hungersnoth schwer gelitten. Ihre Leiden sowohl als die treue Arbeit der Brüder haben herrliche Früchte gebracht. Erst waren es 30 Falascha, welche getauft wurden, diesen folgten 2 jüdische Gelehrte (Debteras) und endlich noch 2 Falascha-Priester von Alafa. Das hat der HErr gethan, sein Name sei gelobet! Wir alle bringen die Bitte vor Sie, unser im Gebete gedenken zu wollen, damit wir allezeit in der Gemeinschaft Jesu erhalten bleiben. Das Licht des Evangeliums ist aufgegangen in unserem Lande; allein es ist erst nur wie die Morgendämmerung, der Helle Tag ist noch nicht angebrochen. Helfet uns beten, daß die Nacht vergehe und der Tag anbreche!" Zuletzt aber lassen wir noch einen Auszug des Briefes der Missionare Samani und Agasche aus Asoso vom 18. Nov. 1875 folgen: „Welche Leiden und wie viel Herzeleid sind über uns ergangen, seitdem Sie uns verlassen haben. Unsere gute und gesegnete Zeit waren die Jahre, welche wir in der Missions-Anstalt St. Chrischona zubringen, unsere lieben Freunde in Kornthal, Würtemberg und in Mannheim (bes. d. l. F. S.) besuchen dursten. Wie reich gesegnet wurden wir dazumal. Wir denken täglich zurück. So oft aber der Sonntag oder ein Jahressest, Christtag, Ostern u. s. w. wiederkehren, bewältigt sich unserer Seele ein tiefes Heimweh nach Europa, Wo wir so viele Liebe genossen und so viele geistige Segnungen