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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 3-4 (1877) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
3-4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 Wegen des Krieges mit Egypten hatte der König allen Verkehr mit Massua verboten. Viermal hatten wir Boten abgesandt, die aber jedes Mal unverrichteter Sache zurückkamen, die Einen nach 14 Tagen, die Andern nach einem Monat. — Aus Noth gedrungen, da wir keine Boten bekamen, haben wir (Aragawi und Agasche) uns auf die Reise begeben. In alte zerrissene Kleider gekleidet, des Tages uns in Gebüschen verbergend und des Nachts zu Fuß unsre Reise fortsetzend, sind wir in einem Monat nach Massua gekommen. Es ging durch viel Furcht, Hunger und Durst nebst andern Mühsalen. Bald hatten wir uns vor Löwen, bald vor Leoparden und Hyänen zu fürchten, bald vor den königlichen Soldaten, die uns hätten Hände und Füße abschneiden lassen. Noch ehe wir das Ziel unsrer Reise erreicht hatten, wurden wir von Soldaten aufgefangen, die uns zu dem König nehmen wollten und drohten uns wirklich Hände und Füße abschneiden zu lassen. Wir gaben ihnen unser noch übriges Geld, das wir für die Reise mitgenommen hatten, fielen auf unsre Kniee und beteten Gott inbrünstig an. Der Herr erhörte uns, und die Soldaten ließen uns los. Wir wissen, daß es Eure Fürbitte ist, die uns aus den Händen jener rohen Soldaten befreite. Außer den vielen und schweren Leiden des vergangenen Jahres hatten wir noch den großen Schmerz des Verlustes von Br. Samani. Er war längere Zeit sehr leidend an Krebsgeschwüren, welche nach vielen schweren Leiden seine Lebenskraft verzehrten. Am 5. Juli 1876 hat ihn Gott im Frieden heimgeholt. Er war so vorbereitet, daß er den Tod nichtHnehr fürchtete. Mit Freuden sah er der Stunde seiner Auflösung entgegen und starb den Tod der Gerechten. Bis an sein Ende betete er unaufhörlich um die Bekehrung des Volkes Israel. Sein einziger Wunsch war immer, Seelen für Jesum zu gewinnen. So lange er sich noch bewegen konnte, besuchte er, während ihm doch seine Wunden schon große Schmerzen verursachten, fleißig die Orte der Juden in unsrer Umgebung und lud dieselben liebreich ein, zu Jesu zu kommen; füll ließ er sich allen Spott und Hohn der Falascha gefallen und bat sie, zu dem Sünderheilande zu fliehen, damit sie nicht verloren gingen, denn durch's Gesetz werde Niemand gerecht. — Uns selbst war sein Kranken- und Todtenbett ein Segen. Bis zum letzten Athemzuge ermahnte er uns, die Leiden, welche die Verkündigung

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