Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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39 zug aus dem Berichte der Station Dschenda und Dagusa vom 4. Nov. 1875 von Missionar Aragawi: Es ist keine Hoffnung, daß es in unserem Lande besser werde, bis Abessinien unter eine europäische Regierung kommt, oder England den Sohn Theodors als König einsetzt. Dann, so glauben die meisten Abessinier ganz bestimmt, werden bessere Zeiten eintreten. Wiewohl aber die politischen Verhältnisse auf unsere Missionsarbeit einen sehr ungünstigen Einfluß ausüben, konnten wir verschiedene Predigtreisen zu den Falascha ausführen, auf denen wir Vielen das Wort Gottes verkündigen durften. Hier in Dschenda und Umgegend leben viele Falascha, welche das Wort Gottes lieb gewonnen haben. Von Einigen unter ihnen hoffen wir, daß sie mit der Zeit getauft werden können. Auch unter den Christen hat das Wort Gottes eine Bewegung hervorgebracht und findet dasselbe mehr und mehr Eingang. Viele der Priester und Debtera haben sich der abessinischen Kirche entfremdet und halten sich allein an das lautere Wort Gottes. Andere aus der Umgegend kommen und legen uns allerlei Fragen vor, z. B. was wir über die Verehrung der Jungfrau Maria und anderer Heiligen lehren, wie viele Naturen in Christo wir annehmen? u. s. w. Auf solche Fragen lesen wir ihnen Stellen der heiligen Schrift vor und führen sie auf die Hauptsache: Bekehrung des Herzens zu Gott. Aus allen Gegenden des Landes kommen Leute zu uns und bitten um Bücher und Traktate. Das ganze Land ist dem Evangelium offen. -Leider haben wir keine gute Regierung. Die beiden Brüder Liena und Alamy, auf der Station Dagusa, sind sehr thätig. Sie besuchen fleißig die Falaschadörfer in Dagusa und Alafa und vertheilen viele Bücher und Traktate. In nächster Zeit werden sie die Falascha-Orte in den Provinzen Atschaser und Wandige besuchen. Sonntags halten sie ihre Bibelstunden mit den Gläubigen, die aber leider, da sie zerstreut wohnen, nicht alle Antheil daran nehmen können; ein Uebelstand, dem schwer abzuhelfen ist. Viele der Proselyten machen uns durch ihren christlichen Lebenswandel große Freude. Die Brüder wurden von der abessinisch-christlichen Priesterschast vor die Regierung, gezogen und als Ketzer verklagt, weil sie die Heiligen nicht verehren. Sie bezeugten offen vor dem Richter,