Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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gerne das heilige Land kennen lernen und in dem deutschen Johanniterhospiz und eit£ paar Hotels genügende Unterkunft finden, soweit sie es nicht vorziehen, in Zelten vor der Stadt zu campiren. Die Juden haben ihre Hospize, welche jetzt das ganze Jahr besetzt find, und die Muhamedaner ein großes Pilgerhaus mit Garten und mehrere Chans, so daß Jerusalem mit seinen vielen Gästen nie in Verlegenheit kommt, zumal da dieselben so geduldige Schafe sind, die sich zu 10 und 20 in einen Raum zusammenpferchen lassen, wenn man will. Ueberblicken wir alles das Gesagte, so kommen wir zu dem Schluß, daß in Zion und den Bewohnern des heiligen Landes der Stoff zur Besserung nicht liege und dieser von Außen kommen müsse; daß das von ihnen ausgegangene Licht in der Christenheit sich brechen und wieder von da sich auf sie zurückstrahlen müsse. Dieser Bekebungsprozeß von der Christenheit her hat auch vor 40 Jahren an ihnen begonnen und ist nicht unwirksam gewesen, wenn schon er, wie oben vorwurfsweise angeführt ist, seine Aufgabe noch nicht, ja noch lange nicht erreicht hat. Jedesfalls erkennt man an dem Gährungsprozeß, der offenbar im heiligen Lande begonnen hat, daß auch hier, im eigentlichen Herzen Israels das geronnene Blut wieder zu fließen anfängt. Zunächst dringen freilich so viele einander widerstrebende Säfte, wie man dieselben nur erdenken kann, auf einander ein; einer solchen Erstarrung jedoch muß aber ein gewaltiges Schütteln entgegentreten, wenn ein wirkliches Erwachen geschehen soll. Daß aber der ganze Leib Israels in allen Gliedern jetzt in dieser Weise erregt wird, und die Bewegung bereits bis zum Mittelpunkte dringt, zeigt uns überaus deutlich, daß der HErr sich aufgemacht hat, seine Weissagungen zu erfüllen — und anbetend gilt es darum weiter auf das Walten seiner Hände zu achten. Abessinien. Missionar Flad in Kornthal hat endlich die ersehnten Nachrichten von den Missionaren in Abessinien erhalten. Er theilt uns aus denempfangenen Briefen Folgeildes mit. Zuerst einen Aus-