Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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56 und Waisen erbaut; 110 Häuser sind von den Sephardim für33O Wittwen errichtet worden; je drei wohnen in einem Hause. Außerhalb der Stadt haben Moses Montefiore und Juda Turah 34 Häuser erbaut. Weiter Baugesellschaften. Die Talmudisten haben 4 derartige Gesellschaften, die Chasidim 3. Die Ackerbaugesellschaft endlich zählt 160 Mitglieder; sie haben bereits Boden in Abu Ghoosch an der Straße nach Jaffa gekauft, und sie unterhandeln jetzt wegen des Ankaufs der Ebene von Jericho, für welche sie 600,000 Mark zahlen wollen. Der wachsende Reichthum macht übrigens die Juden Jerusalems immer unempfindlicher gegen das Evangelium, und das Missionswerk daselbst ist recht eigentlich zu einem Stillstände gekommen. Die Muhamedaner in Palästina sind zwar nach Zahlen nicht gut zu schätzen, weil die Landesgrenzen im Süden und Osten nicht fest sind, und von den dortigen Nomadenstämmen überhaupt keine genauere Zählung vorhanden ist; aber mit gegen 500,000 im Ost- und West-Jordanland wird an der richtigen Mitte nicht viel fehlen. Ihre Edelleute (Effendis) sind mehr oder weniger bei verschiedenen Regierungszweigen betheiligt. Nach diesen in Rang und Ansehen kommen die Handelsleute, die Herren im Land, danach die Gelehrten (Ulemas), die Scheichs, Imams, Derwische, weniger geachtet als die Kaufleute und Edelleute, weil sie schon mehr von Gaben und Almosen leben. Im Rang nach diesen stehen die Gewerbsleute und Fabrikanten in aller Achtung und Ehren, hernach die Landbesitzer und Bauern und endlich die Nomaden (Beduinen), letztere einfache Naturmenschen ohne alle Bildung. Die Edelleute sind die reichsten Leute im Land und treiben aus irgend eine Weise ihre Gelder um; diesen und den muhamedanischen Handelsleuten gehört z. B. beinahe die ganze Stadt Jerusalem, bei denen alle anderen Einwohner zur Miethe wohnen. Im Allgemeinen sind aber die Muhamedaner, ob reich oder arm, hoch oder niedrig, so schlechte Zahler, daß man nur mit Gewalt und Verlust das Seine von ihnen bekommen und vernünftiger Weise nur per Baarbezahlung mit ihnen handeln kann. Die circa 200,000 Nomaden der Wüste, welche eine Stunde östlich von Jerusalem schon beginnt, ergreifen neben der Viehzucht