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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 3-4 (1877) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
3-4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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55 größere Bedeutung als alle Gebote zu halten." Kein Wunder, daß der Jude bereit ist, Heimath und Verwandtschaft aufzugebe«, um auf dem heiligen Boden zu leben und sterben. Was aber auch immer die geheime Macht sein mag, die den Juden zur heiligen Stadt hinzieht, jedesfalls muß uns die Thatsache auffallen. Laß die jüdische Gemeinde daselbst sowohl der Zahl als dem Einffuffe nach rapid zunimmt. Bor 50 Jahren bestand die jüdische Gemeinde in Jerusalem nur aus etwa 100 Familien. Die Aschkenasim (Deutsch sprechmde Juden) hatten keine Synagoge, sondern mußten sich ein Zimmer miethen, um ihre Gottesdienste an den Festtagen abhalten zu können; die Sephardim (Spanisch und Portugiesisch sprechende Juden) hatten 2 oder 3 elende Synagogen. Jetzt, wie gesagt, wohnen mindestens 13,500 Juden in Jerusalem. Die Sephardim haben 4 große Synagogen, die Chasidim 2, die Moghrabim (Juden aus den muhamedanischen Ländern) 5, die Juden von Salonichi 1, die Juden von Aleppo 1, die Aschkenasim haben zwei sehr große Synagogen, außerdem mehrere kleine in und außerhalb der Stadt; überdem 8 große Medraschim, welche als Synagogen und Schulen für das Talmudstudium dienen; ebenso 18 Jeschiboth, in denen Rabbis Tag und Nacht sitzen, um den Talmud und Sohar zu lesen. An Wohlthätigkeitsanstalten besitzen sie in Jerusalem: 2 Hospitäler, in denen der Arzt dreimal wöchentlich auch für Patienten außer dem Hause verschreibt. Zwei Gesellschaften sorgen für die leiblichen Bedürfnisfe von Kranken, Nachtwachen rc. Eine Gesellschaft dafür, ein Minjan (10 Personen) im Hause des Kranken zu sammeln, um Gebete zu lesen, den Talmud rc. Ferner Suppenanstalten. Jeder arme Jude, der in Jerusalem ohne Geld ankommt, wird dort einen Monat frei erhalten; arme Waisen überhaupt umsonst gespeist; Alten und Schwachen sendet man die Speisen kostenlos in's Haus. Arme Arbeitsleute, die nicht genug für ihren Unterhalt verdienen, bezahlen 50 Pfennige die Woche für eine tägliche Mahlzeit. Am Sabbath empfängt dort jeder Arme drei Mahlzeiten umsonst. Sodann Armenhäuser. In der Stadt haben Rothschild und zwei Andere 40 Häuser erbaut; 15 derselben wechseln ihre Einwohner in jedem dritten Jahre, 15 andere in jedem sechsten, die 10 letzten in jedem neunten. 20 Häuser hat Moses Malcha für Wittwen

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