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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 3-4 (1877) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
3-4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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53 Sie sind nicht hiehergekommen, um zu arbeiten, sondern um zu beten, den Talmud zu studiren und nach ruhig vollbrachtem Leben in heiliger Erde begraben zu werden. Da sie sich hier für Vertreter ihres Volkes halten, so glauben sie das Recht zu haben, auf Kosten der Almosen ihrer Glaubensgenossen in der ganzen Welt hier sitzen zu dürfen, und werden hierin nicht getäuscht. Es sind erstaunliche Summen, welche von den Juden in Palästina jährlich als Almosen verschlungen werden. Dadurch werden sie freilich bettelhaftig, und wenn irgend ein wenig Noth kommt, so schreien sie, daß es durch die ganze Welt hallt und alle Völker bewegt. In Rußland hatten sie einen guten Aufenthalt; durch die Ankömmlinge von dort fühlen sie sich reich, kaufen viel Land um Jerusalem her und bauen sich in Gesellschaften von 50, 100 bis 200 Familien darauf an. Sie sind an ein äußerst einfaches Leben gewöhnt, und würden sie reinlich sein, so wären sie hierin ein Muster. Die Meisten lieben den Handel, und wer kann, beschäftigt, sich damit im Kleinen und Großen, so daß sie überall % des Marktes einnehmen; sie haben aber auch wirklich fleißige und eifrige Geschäftsleute, die es sich täglich mit ihrer Arbeit sauer werden lassen; nur sind sie nicht zahlreich, und die Geschäfte, welche sie ergreifen, dürfen nicht anstrengend sein. Schneider, Schuster, Klempner, Verglaser, hie und da ein Schreiner, ein paar Schmiede für leichte Arbeiten, Branntweinbrenner, Uhrmacher rc. sind ihre häufigsten Beschäftigungen und Erwerbszweige. Schacher treiben sie hier nur mit Landleuten, denen sie an Intelligenz weit überlegen sind. Die Bewohner Safeds sind noch von Alters her Bauern, welches Geschäft alle Anderen scheuen. Sie sind nur durch ihr Geld von Einfluß auf unser Volksleben, sonst verachtet, und „Jehudi" ist ein schlimmerer Schimpfname als „Teufel". Ihren Wucher scheuen die Leute; aber weil sie für eigenen Vortheil immer freundlich und gefällig sind, werden sie immer wieder die Zuflucht der Bedrängten und der schlechten Leute. In Hoffnung auf ihre reichen Vettern haben sie die gute Aussicht, bald die Uebermacht an Zahl, Intelligenz, Vermögen an ihren Wohnplätzen zu erwerben. Das Landvolk betrachten sie nur wie die alten Kanaaniter und leicht dienstbar zu machen. Unter sich in verschiedene Richtungen und Sekten zerspalten, auch durch die Sprache in deutsche, spanische und persische Juden

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