Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Seit aber vor zwanzig Jahren der rührige und ausgezeichnet amtstüchtige Patriarch Valerga in Jerusalem einzvg und mit bedeutenden Mitteln die Jesuitenmission und ein Kloster mit Priesterseminar in Beitschala unweit Bethlehem einrichtete, so entstand unter ihnen Kirche um Kirche, Schule um Schule. In Jerusalem zu der Grabes- und Klosterkirche und Geißelungskapelle die Patriarchatskirche, die Eccehomokirche, die St. Annenkirche, das palastartige Kloster der Zionsschwestern mit einer Mädchen- und Knabenerziehungsanstalt im alten Patriarchat und ein Spital mit zwei Aerzten, in Bethlehem das in steter Erweiterung begriffene Knabenwaisenhaus, in Beitschala ein Kloster mit Kirche und Schule, in Beitsachur eine Schule mit Betsaal >;ttt Ain Karem neben dem alten Franziskanerkloster zwei große Mädchen-Erziehungsanstalten der Nonnen, in Ramallah, Dschifna und Tajibeh je eine Kirche mit kleinem Kloster und Schule. Im einstigen Kiriath-Jearim ist die große alte Kirche erworben. In Nazareth ersteht ein großes Nonnenkloster zu den andern in den Dörfern umher mit ihren Schulen und Erziehungshäusern. Eine vollständige Druckerei mit Schnellpresse arbeitet in ihrem Kloster in Jerusalem fortwährend für ihre Zwecke an Kirchenbüchern und Streitschriften, so daß ihre Thätigkeiten in gutem Flusse und von solchem Erfolge sind, daß sie in ihrem Organ „Das heilige Land", welches in Köln am Rhein gedruckt wird, schon herzhaft in die Siegestrompete stoßen können. An Zuzug auch von deutschen Patern und Jesuiten fehlt es nicht. Diese Kirche ist gehässig gegen alle anderen und scheut kein Mittel, deren Glieder zu sich herüberzuziehen. Sie unterdrückt und vernichtet das Wort Gottes unter ihren Kirchengenossen und pflanzt ihm eine entschiedene Gegnerschaft in allen ihren Anhängern. Sie baut sich besonders aus der griechischen Kirche, welcher sie unter dem Landvolk bereits ein starkes Drittel abgewonnen hat. Ihre Händel mit den andern Kirchen, die Theil an den heiligen Stätten haben, sind bekannt und zu widrig, als daß sie hier nochmals berichtet werden sollten. Die armenische Kirche, welche in Jerusalem Alles am nobelsten eingerichtet hat, ist eine stille Kirchengemeinschaft, die nur und zwar solid für das Ihre sorgt, so daß man bei ihnen selten von unzufriedenen Kirchengliedern hört, oder von solchen, die zu anderen übertreten.