Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1877-01-01 · 3-4 (1877) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
3-4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554836-2554839--06734-2562729
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

42 Jerusalem und Jaffa, sonst im ganzen Land nur meist sehr schlechte Saumpfade, wo nie ein Wagen fahren könnte. Auch nach Jaffa ist dies oft kaum noch möglich, weil die Straße nicht unterhalten wird; wir sehnen uns daher nach einer Eisenbahn, für welche eine französisch - italienische Gesellschaft von Katholiken, wie man sagt, unter Protektion des Papstes, wirklich eine Konzession erlangt und viele Vermessungen hat machen lassen. Schon Jahrelang haben wir in unfern Berichten immer darauf hingewiesen, so daß freilich nur dann erst die wirkliche Ausführung wird außer Zweifel sein, wenn man in Jerusalem die Lokomotive wird pfeifen hören. Dann wird wohl auch Jerusalem den erwünschten Seehafen in Jaffa erhalten, bis wohin man sich jetzt allgemein des kleinen Dampfers bedient, der seit einigen Monaten auf Umwegen die Verbindung des schwierigen Landungsplatzes mit österreichischen, französischen nnd russischen Postdampfern vermittelt, welche von 14 zu 14 Tagen nach zwei Richtungen die Küste Palästinas bestreichen, uns mit dem alten Heimathlande in Verbindung erhalten und Briefe und Güter befördern, wenn gerade die Witterung ihr Anhalten auf der gefährlichen Rhede erlaubt. Zur Erneuerung unseres Volkes und Besserung unserer Verhältnisse muß durchweg Anregung, Geld und Kraft vom Ausland kommen; das hiesige Volk wird der ausländischen Rebe zum Pfahl dienen, daran sie aufwächst und aufsteigt; dann wird es besser und das Land blühend werden. Gehen wir auf die verschiedenen Religionsgenossen näher ein, denen allen der neue Ferman Schutz gewährt und ihre freie Glaubensübung (ohne ausgesprochene Erlaubniß des Uebertritts zu einerandern Religion) gestattet, so bilden zunächst die Christen nur etwa V20 der Bevölkerung, circa 25,000. Sie sind an sich arm, d. h. ohne Kirchengut, in Städten und Dörfern säst immer mit Muhamedanern gemischt; ihre wenigen Kirchen und Schulen gehören den Klöstern und Missionsgesellschaften, und auch ihre Priester, Pastoren und Lehrer werden von diesen besoldet. Sie sind überall unselbstständig, von lange her wie Kinder gepflegt und beanspruchen es so. Ihre Angelegenheiten führt ein Gemeindevorsteher, der wie ein Vater alle ihre Sachen mit der Regierung und sonst auszumachen und genug zu thun hat. Die griechischen, armenischen, koptischen und syrischen Kirchen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.