Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Papiere, welche dienstpflichtig machen, in einen Sack legt und sie ziehen läßt. Auch hierin nur Willkür; denn das Verhältniß zwischen schwarz und weiß macht nur die Aushebungskommission. Aus denen, welche schwarze Loose ziehen, werden die Soldaten genommen. Ein Theil kauft sich los, seither mit 2000 Franken. Der Uebrigen müssen noch so viele sein, daß das im Bezirk zu erhebende Kontingent doch voll wird und die vielen Loskaufssummen reines Benefiz werden. Die Aushebung geschieht dorfweise, so daß jeden Tag 1—2 Dörfer mit Mann, Weib und Kind das Aushebungslokal umlagern und so einen ganzen Monat lang daselbst Jammer und Freude durcheinandertönen. Jeder Jüngling muß zum Hohn der eigentlichen Bedeutung des Looses sechs Jahre hintereinander alljährlich wieder loosen und wird auf diese Weise doch einmal ein schwarzes ziehen; das heißt dann nach der Sprache der Thatsachen: „Alles ist Soldat", und fast Jedermann verschwendet bei diesen Aushebungen sechs Jahre hintereinander eine Menge von Geld, oft ohne Erfolg und ohne den Nutzen einer Befreiung zu genießen. Die Desertion bei dem stehenden Militär, das eine einfache, genügende Kost erhält und etwas besser als früher montirt wird, ist sehr bedeutend, und da die nahen Beduinen nicht militärpflichtig sind und Keinen herausgeben, der zu ihnen flieht, auch leicht auszuführen. Daß die Besteuerung so ungleich vertheilt ist, bildet einen großen Uebelstand. Fast alle offiziellen Abgaben lasten aus Grund und Boden und überhaupt der Landwirthschast, welche dieselbe kaum erschwingen kann. Zunächst ist es der Zehnte, der in verschiedenen Gegenden, wie im Jordanthal und bei Gasa, sich auf den Fünften gesteigert hat. Voriges Jahr wurde im ganzen übrigen Land aus dem Zehnten der Achte. Im laufenden Jahr soll es wieder der Zehnte sein, wie der neue Ferman sagt, wenn nicht noch vor der Ernte wieder eine Aenderung eintritt. Das ist das Nominelle, das von der Wirklichkeit in der Regel weit überholt wird. In den Bereich der Steuern ist bei dem Landmann Alles gezogen, was wächst, Halmfrucht, Rebe und Bäume extra, jedes Stück Klein- und Großvieh, selbst die Quelle, womit Gott Mensch und Thiere tränkt. Die Kopfsteuer zahlt jeder männliche Einwohner, etwa vom 15.—16. Jahre an, neben der Militärsteuer