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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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80 des Unglaubens verlassen und vor diesem Heilande seine Kniee beugen; dann werde es ihm hier und dort wohlgehn. — Mich, so fuhr der Jüngling fort, versetzten diese Worte in große Unruhe. Ein paar Wochen bin ich in derselben auch dahingcgangen. Da höre ich nächtlicher Weile im Schlafe eine Stimme: Gehe hin zum Pastor B. nach Essen, der wird dich den Weg des Heils lehren.— und zum Zeichen, daß Solches gewißlich wahr ist, wirst du dort noch einen dir unbekannten Bruder aus Israel finden, den die gleiche Seelennoth Hingetrieben." Und so ist cs geschehn. Zur selben Stunde nämlich meldet sich ein anderer Jude bei B. und frägt bei ihm an, wie er den verlorenen Frieden der Seele wiedcrerlangen könne. B. führt die Beiden zusammen, wirft sich mit ihnen auf die Kniee, legt ihnen dann die Schrift aus und verkündigt ihnen den Frieden in Jesu Blut. Sie aber nehmen das Wort gläubig auf, und nach etlichen Tagen reisen sie in ihre Heimath; sie haben gesunden, was sie gesucht. Noch in den letzten Tagen seines Missionsamtes aber durfte er einem bereits ernster angeregten Rabbiner in Wesel einen Stachel in's Herz werfen, der demselben die bisher künstlich erhaltene Ruhe völlig raubte: es war Salomon Duitsch, nachmaliger evangelischer Prediger in Holland. B. hat auch später das Leben dieses Mannes, an den D. Fürst in „Saat auf Hoffnung, 1875" des Weiteren erinnert hat, beschrieben. Als dann B. nach seiner Rückkehr von London in's Pfarramt trat, das er zuerst in Essen, später in London und endlich in Mühlheim a/Rh. verwaltete, vergaß er der Juden nicht. Im Geheimen wandten sich auch, weil sie seine Liebe für Israel kannten, gar manche derselben an ihn, und er wechselte mit einer großen Zahl solcher Suchenden aus Israel Briefe. Weil er diese Zuschriften aber als seelsorgerische Geheimnisse ansah, so verbrannte er sie kurz vor seinem Tode. Dazu aufgesordcrt von der Gesellschaft zur Beförderung christlicher Erkenntniß in London, ließ er auch eine hebräische und englische Ansprache an die Juden drucken, in welcher er dieselben einlud, zu Jesu zu kommen. Und mit Sehnsucht blickte er stets der Erlösungsstunde Israels entgegen. 1772 schreibt er aus London an einen Verwandten: „Der jüdische gelehrte Rabbi, welchen ich nun schon über ein Jahr fast täglich unterrichtet habe, hält sich durch Gottes Gnade sehr wohl und

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