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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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29 bald danach in die Heimath zurück und hat nicht erfahren, wie sich die Sache mit diesem jungen Manne entschieden hat. Unter denen, welche die Macht des Wortes B.'s damals an sich erfuhren, befand sich auch der damals berühmte R. Akibha, der sich gerade einmal in London aufhielt. Derselbe gerieth in große Verlegenheit, als ihm B. nachwies, wie die Worte 2. Mose 24, 3. 4 mit der jüdischen Behauptung eines von Gott stammenden mündlichen Gesetzes, als welches sich der Talmud ausgiebt, unvereinbar seien. Moses, heißt es ja dort, schrieb alle Worte, und Gott machte mit Israel seinen Bund über diesem geschriebenen Gesetze. Die Propheten aber strafen Israel niemals wegen Untreue gegen das mündliche, sondern stets nur wegen Untreue gegen das schriftliche Gesetz. B. erwähnt auch solcher Juden, die besonders durch seine Predigten in London herzlich bewegt worden seien. Ein Goldsticker vornehmlich bekannte ihm, daß ihm seine Predigt am 2. Weihnachtstage durch's Herz gegangen sei, und mit Thränen klagte sich dieser Mann vor B. an, daß er bisher noch nicht wie Maria das Wort Gottes im Herzen wahrhaft bewegt, bewahrt und über demselben gebetet habe. Vielleicht hängt mit demselben Manne denn auch die folgende Geschichte zusammen, die B. zwei Jahre später mittheilt. Er erzählt, wie er während seiner Predigt am Weihnachtsfest in London einen Juden habe eintreten sehen, der sich schüchtern im Hintergründe der Kirche gehalten habe, und wie ihm B. darauf mit gehobener Stimme von der Kanzel her zugerufen: „Und auch dir, du Sohn Abrahams, der du fern stehst, ist heute der Heiland geboren!" Zwei Jahre hierauf wird ihm in Essen, wo er nun Pfarrer ist, ein Fremder angemeldet; derselbe ist ein junger Israelit aus Amsterdam. Mit tiefer Bewegung erzählt derselbe dem Pastor: Vor Kurzem ist mein Vater gestorben. Kurz vor seinem Ende rief er mich an sein Bett und entdeckte mir, daß er am vorletzten Christfest in London einen jungen deutschen Prediger gehört, und daß dessen Wort, besonders auch ein direkter Zuruf desselben: „Auch dir, du Sohn Abrahams, ist heute der Heiland geboren!" ihn zu Christo geführt habe. Er habe in Demselben Frieden für seine Seele gefunden und sterbe in guter Zuversicht der Seligkeit durch Christum. Er aber, sein Sohn, möge nun auch den Weg

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