Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554836-2554838--06717-2562711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bearbeiteten. Dabei waren meine Gedanken: Wie viele Streiche werden doch nicht dazu erfordert, bis ein solcher Stein tüchtig ist, zu dem Bau des Hauses gebraucht zu werden, und der Arbeiter läßt sich diese Arbeit nicht verdrießen. Sollten wir nicht ebenso gedenken: Wenn sich das selscnharte Herz des Juden nicht gleich auf die erste Anrede ergiebt, so denken wir oft, ach, es ist umsonst, die Arbeit ist doch vergebens. Ei warte nur, versuche es nur öfters, bis du den Stein mit göttlicher Hilfe erst aus dem Groben herausarbeitest; wer weiß, ob er nicht noch brauchbar ist zum Bau des großen Hauses deines Gottes." Mochte darum auch am nächsten Tage durch die Rabbiner auf seine Bücher ein Bann gelegt werden, das machte ihn nicht irre. Aber freilich, die klare Erkenntniß, wie es um Israel beschaffen sei, veranlaßte ihn um so mehr, das Heilige vor ihm heilig zu halten. In Düsseldorf bezeugt er bald darauf den Inden: „Das Allergesährlichste in ihren: ganzen Leben und Wesen sei dies, daß sie wie Adam, welcher der Erscheinung Gottes zu entfliehen gesucht und sich mit Blättern habe decken wollen, sich hinter allerlei menschliche Satzungen steckten und sich so gegen die Gnadenheimsuchungen Gottes gleichsam waffneten." Auf der Reise durch Holland hält er z. B. einem Juden vor: „wie viel sie sich mit ihren Gebeten selbst betrögen. Sie begnügten sich hierbei ja eigentlich damit, Gott nur bestimmte Worte vorzulesen. Das heiße aber nicht beten. Man müsse Gott einfältig seine Noth aus eigenem Herzen vortragen. Die Entschuldigung, man habe keine Erkenntniß, gelte hier nicht; Gott sehe nicht auf die Worte, sondern aus das Herz. Ein Kind, das etwas nöthig habe, komme zu seinem Vater und bitte darum. Man dürfe aber auch nicht anders beten als im Namen des Messias, wie Daniel gethan habe, lemaan Adonai (um des Herrn willen), dann werde man erhört. Der Messias sei ebenso auch der einige, wahrhaftige Trost in der Todesstunde. Das habe Jakob gezeigt, der sterbend bekannt habe: „Herr, ich warte auf dein Heil", und David habe in jener Stunde das für seinen größten Trost gehalten, daß er (2. Samuel. 23, 1) von Gott des Messias versichert worden sei." Das Wort bewegte den Hörer, er eilte, allein zu sein, und B. sah ihn die Schriftstellen Nachlesen, die er ihm soeben vorgehalten hatte. Der bedeutsamste Abschnitt seiner Missionswirksamkeit wurde