Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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lichen Anstalten sehr. Sie erkundigten sich, auf welche Art und Weise man bei uns das Hebräisch betreibe. Ich zeigte ihnen die gewöhnliche Methode und nahm den Text 1. Mose 49, 10 zur Hand (Es wird das Scepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis der Held komme, und demselben werden die Völker anhangen), da ich ihnen wies, wie man erstlich übersetzen und danach den Wort- und Sachverstand feststellen müsse. Dies that ich mit dem Worte Schebeth (Scepter) und zeigte ihnen hierauf den richtigen Sinn des ganzen Textes. Da ich nun den ganzen Text auf eine solche Art durchnahm, fingen die Juden an zu stutzen. R. Sulzbach sagte: O ich weiß schon, wo Sie hinaus wollen. Sie wollen auf den Mann von Nazareth Alles deuten, aber kommen Sie nur her und lesen Sie; hier nahm er mir die Bibel aus der Hand und schlug Hesekiel 28, 9 auf: „Du sagst, ich bin Gott, so du doch nicht Gott bist, sondern bist ein Mensch und in deiner Todtschläger Hand". Wenn mein Messias, setzte er hinzu, nicht stärker ist als ich, so ist Alles aus, so helfe ich ihn steinigen, er mag sein, wer er will. — Hier führte ich ihn nun in die prophetischen Weissagungen vom Leiden des Messias über und zeigte ihm die allergenaueste Erfüllung bis auf die gering scheinenden Kleinigkeiten an der Person Jesu von Nazareth aus dem 22. Psalm auf. Dabei suchte ich ihm dies Gleichniß mit dem Bilde der gefangen genommenen Schechina (Erscheinung Gottes) so viel als möglich deutlich zu machen. R. Simon sagte, cs wäre Alles gut, wenn wir nur die Thora behielten. Der letzte Prophet Maleachi mahnt: „Gedenket an das Gesetz Gottes", aber ihr verwerft es. B. erwiderte: Gott bewahre, daß wir es verwerfen sollten, aber die Satzungen, welche entweder euch allein angehen, oder ihre Absicht auf den damals noch zukünftigen, nun aber im Fleische erschienenen Messias hatten, zu halten, sind wir nicht verbunden. Wißt ihr wohl, daß man in den Tagen des Messias nicht mehr an die Bundeslade, an kein Opfer u. s. w. gedenken darf? Wißt ihr nicht, daß man vielmehr nach Jerem. 31 auf einen Neuen Bund verwiesen wird, wo habt ihr den? Ich suche ihn bei euch, R. Chajim. Ihr verdreht die Schrift. Die Thora soll bleiben, aber der Bund wird geändert. Der Bund besteht darin, wenn wir Gott fürchten und in seinen Wegen wandeln, ihn fürchten und liehen von reiner Seele, so wird er auch