Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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heiligt seine Zeugengaben und segnet sie, daß von nun an Ströme lebendigen Wassers von ihm ausgehen. In der That mit neuer Kraft ausgerüstet, beginnt er seine zweite Reise Anfang Juli 1763. Männlich widersteht er der Stimme im Fleisch und Blut, welche ihm bald das „Schone dein", bald das „Du arbeitest umsonst" zuruft. So will er einmal in Fürth verzagen, als er das sichere und selbstgcwisse Auftreten der dortigen Juden wahrnimmt. Ueberdem wird ihm gesagt, daß dieselben beschlossen hätten, sobald die Missionare sich unter ihnen würden blicken lassen, sie mit Schlägen zu empfangen. „Da regte sich bei mir die Furcht über die Hartnäckigkeit des Volks. Dazu verlor ich noch bei meinem Ausgange meinen Gefährten und stand plötzlich allein in einer von ihnen bewohnten Straße. Um so furchtsamer wurde ich; aber die Macht des Glaubens siegte über den Unglauben. Ich ging sogleich in das erste Haus hinein, von welchem ich vermuthete, daß daselbst Juden wohnten, und dachte bei mir: Ich will das Meinigc thun, mag es gehen, wie es will; Gott wird das Seinige auch thun. Und so geschah es auch. Ich fing an, in diesem Hause eine Kleinigkeit zu handeln. Die Frau sagte mir etwas auf Deutsch, das sie in jüdischer Sprache ihrer Magd ganz anders erzählte. Jetzt fing ich auch an jüdisch zu reden und strafte sie um ihrer Lügen willen ernstlich aus Jesaia 51, 11: Du gehst mit Lügen um und denkst an mich nicht und nimmst es nicht zu Herzen. Meinest du, ich werde schweigen, daß du mich so gar nicht fürchtest? Die Frau erschrak hierüber heftig, lief sogleich fort und holte ihren Nachbar, dem sie es erzählte. Ich stellte ihm vor, ob es nicht Wahrheit sei? Wir kamen in ein Gespräch über das Verderben des jüdischen Volkes. Er nahm mich mit und führte mich in ein anderes, ansehnliches, großes Judenhaus, wo sehr viele Juden beisammen waren. Unter denselben befanden sich drei Gelehrte: R. Simon, R. Sulzbach und R. Chajim. Diese hatten nicht nur die Schrift wohl inne und waren in der jüdischen Gelehrsamkeit wohl bewandert, sondern hatten sich auch mit Fleiß auf die Philosophie und die mathematischen Wissenschaften gelegt. Eben diese nun führten auch das Wort, die Anderen waren still und hörten zu. Sie bedauerten es, daß man bei ihnen nicht die Gelegenheit haben könne, zu einer recht gründlichen Gelehrsamkeit zu kommen, und lobten in diesem Stücke die christ-