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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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21 So kam nun B. nach Halle zurück. Weder die Mühseligkeiten, welche sein Beruf mit sich gebracht, noch selbst die Lebensgefahren, welchen er einige Male ausgesctzt gewesen war, hatten ihm die Freude an dem begonnenen Werke rauben können. Ende Januar 1763 schreibt er, soeben in Halle angelangt, an seinen Vater: „Ich habe Ursach, in tiefster Demuth die gnädige Vorsehung meines Erlösers zu preisen, die mir sowohl dem Leibe als der Seele nach die vorzüglichste Munterkeit geschenkt hat. Mein Körper ist von allen vorher empfundenen Schwachheiten befreit und mein Geist in der süßen Arbeit an den verlorenen Schafen vom Hause Israel und in der angenehmen Betrachtung meines Schöpfers heiter." Zuletzt aber bittet er den Vater, ihm für ein ferneres Jahr die Bewilligung zur Missionsarbcit unter den Juden zu geben; dieselbe erfolgte auch. Selten hat wohl ein 18 jähriger Jüngling eine solche Tüchtigkeit, Männlichkeit, Weisheit und Reife in einem so schweren Berufe an den Tag gelegt; er hat in der That gar manchen Mann beschämt. Vor Allem aber war er selbst in seinem Glaubcnsleben während dieser Zeit gewachsen und erstarkt. Sein Rednertalent und sein klares Zeugniß von der Wahrheit hatten, wo er sich in Kirchen hören ließ, die Leute außerordentlich angezogen, so daß sie seinen Predigten in Schaaren zuströmten. Einmal hat er auch wieder vor einer großen Versammlung das Evangelium verkündigt. Die Menge der Hörer, die Rührung Vieler hat ihn dabei in ungewöhnliche Wärme gebracht, und die Folge davon ist, daß Mehrere zu ihin kommen und ihn fragen: Was sollen wir thun, daß wir selig werden? Am Abend sitzt er allein auf seinem Stübchen. — Die Frage, welche er Andern beantwortet, ist für ihn selbst noch nicht im Reinen. Er hat die Vergebung der Sünden angepriesen, kann sich aber nicht sagen, daß sie gewißlich sein Theil sei; er hat die Versicherung der Kindschaft Gottes als das höchste Kleinod gelobt, und muß sich's bekennen, daß sie ihm noch fehle; er hat von dem neuen Leben in Christo und dem Frieden und der Freude in Christo viel Köstliches gesagt und kann sich deß nicht freuen. So arbeitet der Herr an seinem Herzen, und er widerstrebt nicht. Er wird sein volles Eigenthnm und stellt sich mit Leib und Seele in Jesu Dienst; der Herr aber thut reichlich an ihm nach seiner Verheißung; er

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