Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Weg zum ewigen Leben erkennen lernet. Ach, lieben Kinder, im Gan Eden (Paradies) wird rechte Freude sein, da werden wir einen fröhlichen Schabbcs feiern, da werdet ihr den Heiligen, gelobt sei er, zu sehen bekommen, und den König Messias zu seiner Rechten; wollt ihr nicht auch gern hinein? Die Kinder riefen: Ach, ja, ja! B. aber ermahnte sic darauf: Nun, so lernt fleißig den Posuk (die h. Schrift), damit ihr zur rechten Erkenntniß des Messias kommt. Soll ich euch aber nicht zuletzt noch ein Geschenk zum Schabbes geben? Eifrig baten die Kinder um dasselbe, und B. thcilte nun Missionsbüchlein unter ihnen aus. Die alten Juden, welche vorher über seinen Eintritt in die Synagoge sehr böse gewesen waren, freuten sich über die Kinder, und stille geworden, hörten sie cs nun ruhig, etliche unter ihnen sogar mit Thräncn in den Augen an, als er sie ermahnte, „diese unschuldigen Lämmer bei Zeiten dem Heilande zuzuführen". Gar verschieden war eben der Eindruck, den sein Wort auf die jüdischen Hörer hervorbrachte. Bald schrieen sie ihm nach: Da läuft der Min (Ketzer)! bald wiesen sie ihn einfach aus dem Hanse. Ja einmal entrann er nur mit Mühe dem Messer eines Juden, der darüber wüthend geworden war, daß des Missionars Wort das Herz seiner Frau tiefer ergriff. Andere aber fühlten es nun doch, daß sie das Zeugniß der Wahrheit gehört hätten. In Hannover gaben ihm drei derselben unter großer Bewegung die Hand, daß sie den Gott ihrer Väter bitten wollten, es ihnen erkennen zu geben, ob sie auf dem rechten Wege zum ewigen Leben wären oder nicht. Unermüdet hatte B. auf seiner Probereise den Juden das Evangelium verkündigt. Am letzten Dezember des Jahres 1762 war die Kälte so stark, daß er nicht ausgehen wollte. Aber der Gedanke ließ ihm keine Ruhe, „daß doch am letzten Tage des Jahres noch Segen vorhanden und auszutheilen sei", und damit lief er in den Straßen Hannovers auf und ab, bis er eine Anzahl jüdischer Knaben traf, unter die er Büchlein austheilte, zum Herrn in seinem Herzen betend, „daß dieser Same nicht vergeblich ausgesäet sein möchte". Den Christen aber hatte er im Gespräch wie durch Predigten von der Kanzel herab das Heil Israels an's Herz gelegt, und die Arbeit, welche sie mit Augen gesehen hatten, bewirkte es bei gar Manchemdaß er sein Vorurtheil gegen die Mission und gegen ihren Werth fallen ließ.