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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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18 Schwindsucht, welcher dieser treue Mensch auch bereits 1763 erlag, überaus behindert wurde, und daher das Werl nicht den gewünschten Fortgang nehmen konnte. Auf den späteren Reisen hingegen fand er in seinem Freunde und Studiengenossen Meuter einen trefflichen und mit ihm selbst innig übereinstimmenden Begleiter; Beide wurden sich gegenseitig zu rechter Stärkung und Förderung. Wohl wird man es nun ein gewagtes Unternehmen nennen, daß ein Jüngling ein derartiges Amt übernahm. Aber St. Schultz, dieser gewiegte Missionar, hielt ihn der Aufgabe durchaus für gewachsen, und die verschiedensten Zeugnisse von allen Seiten her bestätigten cs, daß man sich in der Wahl dieses jungen Menschen nicht geirrt hatte. Den bestimmtesten Beweis hierfür aber legen die Tagebücher ab, die Burgmann, wie überhaupt die Halle'schcn Missionare, über sein Thun und Wirken führte. Etliche Beispiele mögen selbst hiervon zeugen. Zuerst solche von der ersten Reise: In Halberstadt begegnete ihm ein Jude, Abraham, den er bereits einmal in Köthen getroffen. Derselbe redete Burgmann an: Nun, wie steht es um die Thora (Gesetz)? Burgmann entgegnete kurz: Die Thora sagt noch eben das, was sie vor 4000 Jahren gesagt hat, daß Derjenige verflucht sei, der nicht alle Worte des Gesetzes erfülle. Abraham aber lief fort, denn er fühlte sich geschlagen und fand keine Antwort. Den nächsten Tag frug B. einen Juden Meier über den Ortsrabbiner. Derselbe rühmte den Mann: Es ist ein recht gelehrter Rebbe. Er hat noch neulich eine recht schöne Drösche (Predigt) gehalten, es ist ein rechter Mvchiach (Bußprediger); wir haben aber auch hier einen groß Raab, der Doktor ist. B.: Kann denn der auch die Kinder Israel, von denen cs Jesaia 1, 5 heißt: Das ganze Haupt ist krank und das ganze Herz ist matt, heilen? M.: Nein, einen solchen Raab giebt es nicht in der ganzen Welt. B.: Aber ich kenne dennoch einen, der selbst von sich sagt: Ich bin der Herr, dein Arzt. M.: Ha, ha! ich weiß schon, wo Sie hinwollen, Sic wollen auf den Messias; aber mein lieber Herr, ich will Ihnen etwas sagen: Wir Juden und Christen sind in vielen Punkten eins, nur in dem Punkte nicht, ob der Messias gekommen ist oder nicht; aber ich will Ihnen bald aus dem Traume helfen. B.: Nun, so sage er her. M.: Ihr Messias ist gekommen, aber

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