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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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15 den ausgebogenen Füßen, genau so, wie das Traumbild ihn gezeigt. Unser Studentlein erstaunt, erschrickt, schlägt die Augen nieder, holt sein Tuch heraus und fängt, ohne eine Wort Hervorbringen zu können, laut an zu weinen. Schultz steht einen Augenblick verwundert da, tritt dann näher und redet ihn freundlich an: „Junger Mann! Wie kommen Sie mir vor? Was ist Ihnen? Kommen Sie mit in mein Studirzimmcr und sagen Sie mir, was Sie auf dem Herzen haben. Wenn ich kann, will ich Ihnen gern helfen. Nur aufrichtig!" Und Burgmann war aufrichtig; haarklein legte er dem Herrn Magister sein Leben, seine Schuld und seine Verhältnisse dar. Dieser aber spürt bald die Hand des Herrn und merkt, daß sie den Jüngling ihm zugeführt. So giebt er ihm Geld, seine Schuld in der Herberge zu berichtigen, und nimmt ihn auf in sein Haus; auch für Kleidung und Kollcgienhonorar wird gesorgt. Vor Allem aber muß der fluchtige Sohn sofort an seine Eltern schreiben und ihm den Brief zur Beförderung übergeben. Nach vierzehn Tagen lief Antwort und eine hinreichende Summe Geldes ein. „So oft ich noch", schreibt Burgmann im Alter, „an diese Begebenheit gedenke, wird mein Herz zu Empfindungen der lebhaftesten Dankbarkeit gegen den Gott, der sich meiner so väterlich annahm, erweckt. Nie werde ich sie vergessen!" Das gewünschte Ziel war erreicht. Unter St. Schultze's Leitung und in Gesellschaft eines jungen, frommen Studenten, Namens Meuter, der schon längere Zeit in des Magisters Hause wohnte und demselben bei seinen gelehrten Arbeiten helfen mußte, ging's nun an das Studiren. Knapp und Schultz waren Burgmann's Hauptlchrer. In zwei Jahren (1760—1763) waren die wichtigsten Fächer dnrchgcarbeitet und bei Schultz zugleich ein guter Grund im Hebräischen und Talmudischen gelegt. Da erklärte Schultz am Schlüsse einer Vorlesung im Sommerhalbjahr 1762, daß er Missionare für das Jüdische Institut, dessen Direktor er nach Callenbergs Tode geworden war, gebrauche, und daß, wenn Jemand unter seinen Zuhörern sich finden sollte, der eine kleine Reise unter die Juden thun wollte, derselbe sich bei ihm melden möge. „Hierauf", so erzählt St. Schultz, „erhielt ich von einem meiner Hausburschen, der zwar noch jung an Jahren, aber in der Erkenntniß der Wahrheit ziemlich weit fortgeschritten war, folgendes Schreiben: Sie verlangen einen Mitarbeiter bei dem jüdischen

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