Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 auf dem hohen Berge unter freiem Himmel nieder auf meine Knie, betete zum ersten Male in meinem Leben aus eigenem Herzen unter Vergießung vieler tausend Thränen, und Gott half mir gleich. Ich erblickte unten am Berge ein schönes Haus, ging gerade auf dasselbe zu, und meiner äußersten Nothdurft ward durch Speise und einen Zehrpfennig von der freundlichen Besitzerin abgeholfen. Dieser Vorfall hat den lebendigsten und stärksten Eindruck auf meine Seele gemacht. Von dem Tage an ward ich ernster und nachdenkender über mich selbst und über den Zustand meines Herzens. Ach Gott, wie soll ich dir genug für alle deine Liebe und väterliche Treue danken!" Noch bei guter Tageszeit langte Bnrgniann endlich in Halle an, kehrte in einer bescheidenen Herberge ein und meldete sich sofort beim Konsistorialrath Rambach. Aber da gab cs wenig Trost und noch weniger Hilfe. Was nun? Die Baarschaft reichte höchstens für das Nachtlager; woher Geld nehmen für Speise am morgenden Tage, für Aufenthaltsort, für Vorlesungen u. s. w.? Auf selbsterwähltem, ungöttlichem Wege hat Burgmann die Universitätsstadt gesucht und scheint vom Studiren nie ferner als jetzt. Aber der Barmherzige hatte über ihm Gedanken des Friedens. Als er voll Kummer und Sorge Nachts auf der Streu daliegt, träumt ihm, daß er an einem Flusse auf einem Damm spazieren ginge und auf einmal hinunter in's Wasser fiele. Da spränge ein Mann herzu und rettete ihn; der Mann sah wie ein Prediger aus, zeichnete sich aber durch seine sonderliche Erscheinung aus. Ein sammetncs Käppchen, ein Knebelbart, auswärts gebogene Füße u. s. w. traten ihm an dieser Traumgestalt entgegen. „Das Bild stand so lebhaft vor meiner Seele, daß ich's hätte malen können." Nun noch nachdenklicher und bekümmerter als am Abend vorher kommt Burgmann Morgens in die Gaststube, der Wirth merkt seine Verlegenheit. „Sie wollen wohl hier studiren und sind ganz fremd? Da wenden Sie sich an Magister Schultz, der wird Ihnen rathcn und helfen." Burgmann hat von dem Manne nie etwas gehört; dieser war aber zu der Zeit Archidiakonus an der St. Ulrichs-Kirche. Indessen die Noth drängt, er geht hin. Auf seine Frage wird er in ein Zimmer geführt, welches der Thür gegenüber, durch die er eingetrctcn, eine zweite zeigt. Sie öffnet sich und da steht — der Mann mit dem schwarzen Sammctkäppchcn, dem Knebelbart und