Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 nenr aber wurde unversehens von einem Rebellen überfallen, er raffte seine Truppen schleunigst zusammen, erlag jedoch mit seinem Sohne im Kampfe. Wolda Sclassie wurde unter den Todten auf dem Schlachtfelde gefunden; Missionar Lager, der sich mit seinen Leuten in eine abyssinische Kirche geflüchtet hatte, wurde hcrausgeholt und massacrirt. Die Frau des Missionars, eine Europäerin, wurde nach vieler Herzensangst und Noth nach Maffowah zurückgesandt. Mein Herz blutet für die Brüder und die paar hundert Getauften ans den Falaschas. Aber welche Leidens- und Prüfungszcit haben sie nicht zu bestehen! Herr, hilf und erhalte dir dein Eigeuthum! Es liegen 28,OM Ex. Schulbücher und Traktate für Abyssinicn bei mir bereit. Eine Auflage von 3000 amharischen Biblischen Geschichten hoffe ich diesen Winter drucken zu lassen, aber das Land ist verschlossen. Doch harre ich getrost der besseren Zeiten." Gewiß, sic werden kommen! Nachdem Obiges geschrieben war, liefen von Missionar Flad noch zwei Briefe ein. In dem ersten vom 14. Dezember heißt es: „Mich ruft jetzt die traurige Lage unserer in Gefangenschaft schmachtenden Brüder an die Grenze Abyssiniens, zunächst nach Maffowah, um sie mit Lebensmitteln zu versorgen und womöglich ihre Befreiung bei dem Könige Johannes auszuwirken. Gewiß werden.diese schweren Leiden unsere jungen Christen näher zum Herrn treiben und im Glauben tiefer gründen. Es geht zum Leben durch lauter Sterben hindurch." Am 16. Dezember aber kam eine zweite Nachricht. „Ein Brief ans Maffowah theilt mit: Aus Goudar augekommene Kaufleute sagen, die Brüder seien wohl und frei; ein Bote der Brüder mit Briefen auf dem Wege nach Massua. — Ich habe deshalb meine Abreise verschoben, bis wir die Nachrichten haben, welche der Bote der Brüder bringen soll. Sind sic frei, so reise ich nicht. Alles ist gepackt und sollte diesen Abend der Bahn übergeben werden." So Missionar Flad. Wir hoffen, daß der Gruß der Weihnacht „Friede auf Erden" ihm und den theuren Brüdern in Abyssinien gelten wird. Wäre cs anders, dann wollen wir den theuren Reisenden, welcher den Ernst des Bcrlassens der Heimath und des eigenen Hauses schon mehrfach erfahren hat, Gebetshände schützend