Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 „In meinem Herzen giebt cs keine Sünde, das eurige aber ist von einer Legion von Teufeln besessen". Aus Thatsachen der Art kann inan ersehen, daß die Missionare wohl freien Zugang zu den Falaschas haben, daß aber Viele auch ihrem Werke entgegentreten. Heilige Schriften, Bücher und Traktate sind auf den 3 Stationen sowohl unter den Falaschas der Nachbarschaft vertheilt worden, als unter denen, die oft aus einer Entfernung von mehreren Tagereisen kamen, um heilige Schriften zu erlangen. lieber die Schulen in Assoso und Genda berichten die Missionare günstig. Die Anzahl der Schüler wächst. Die Schule in Assoso erlitt aus folgendem Umstande eine kurze Unterbrechung: Ein Falaschapriester verkündigte einen Bann über Alle, welche ihre Kinder in die Missionsschule schicken würden. Der Erfolg war, daß die Falaschakinder eine Zeitlang ansblieben, und die Schule wurde daher nur mit den Kindern der Prosclyten und einiger eingeborenen Christen gehalten. Nach einiger Zeit jedoch kehrten die Falaschakinder eins nach dem andern wieder zurück. Im Jahre 1875 haben 5 Taufen stattgefunden: die eine in Genda, es war die Taufe eines Falascha-Debtera (Gelehrten) aus Dagusa, die vier andern in Assoso. Unter den Letzteren befand sich ein Mädchen von 13 Jahren, die Schwester des Missionar Samany. Die drei Andern waren die Frau eines Proselyte» und ihre zwei Kinder. Als ihr Mann vor einigen Jahren getauft wurde, trennte sie sich von ihm; jetzt aber ist sie aus eigenem Antriebe gekomnlen, um die Taufe zu erbitten, und sie lebt nun glücklich mit ihrem Manne. Die gewöhnlichen Gottesdienste und Bibelstunden sind fortgesetzt und sowohl von den Prosclyten als von mehreren eingeborenen Christen und Falaschas gut besucht worden. Ueber den politischen Zustand des Landes schreiben die Missionare: „Die Herrschaft des Königs Johannes in West-Abhssinien ist durch einen Verwandten des Königs Theodorus, der nach vielem Kämpfen und Blutvergießen den Sieg davontrug, gestürzt worden. Jeder thut, was in seinen Angen recht ist. Zu keiner Zeit hat man hier in solcher Unsicherheit gelebt. Wochenlang mußten sich die Missionare in den dicken Gebüschen von Gorgora vor den hin- und herstreifenden Räubern verstecken. 30 derselben hatten ein Komplot gemacht, sie zu berauben und zu ermorden, weil sie