Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 1-2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 viele haben ihr Leben in den Schlachten verloren. Städte und Dörfer sind niedcrgebrannt worden, und die nicht untergegangen sind, haben die Soldaten der streitenden Parteien auf's Erbarmungsloseste ausgcplündcrt. Unser Leben und Eigcnthum standen in großer Gefahr, aber der Herr hat uns errettet. Auch für die Zukunft verlassen wir uns auf ihn. Er wird uns aus allen Mühsalen erretten." Die unsichere Lage des Landes und der gerade in Angriff genommene Häuserban machten es unmöglich, längere Missionsreisen zu den Falaschas in den entfernteren Provinzen auszuführen. Der Grund und Boden, auf welchem das Dorf der Proselytcn in Genda erbaut worden war, ist verkauft worden, und die Bekehrten mußten demzufolge fortziehcn und sich anderwärts Hütten errichten. Falaschaniederlassnngen, die rings um die 3 Stationen liegen, sind regelmäßig besticht worden, nnd die Missionare haben immer mit zahlreichen Falaschas über das Heil ihrer Seelen sprechen können. Auch die Falaschas in den Nachbardörfer» sind zugänglich. Viele derselben haben ein offenes Herz für die Botschaft des Evangeliums 'und ein Verlangen, es zu hören. Andere freilich stellen durch ihren Haß nnd ihre thörichtcn Bemerkungen über das Werk die Geduld der Missionare auf die äußerste Probe. So kehrten sie bei einer Gelegenheit von einem Falaschadorfe zurück und hatten ihre Stiefel abgezogen, um den Fluß zu durchschreiten. Ein Falascha, der ihnen folgte, sagte: „Wenn ihr Apostel heilige Männer wäret, so würdet ihr eure Stiefeln nicht auszuziehen brauchen, sondern ihr würdet das Wasser wie Moses zcrtheilcn. Thätet ihr solche Wunder, dann würden wir Eure Botschaft glauben." Bei einer andern Gelegenheit ging einer der Missionare bei einem Falascha vorüber, der gerade seine Kleider am Flusse answnsch. Der Missionar redete ihn an: „Ihr nehmt jetzt Seife, um eure Kleider rein zu waschen; wie glücklich würdet ihr sein, wenn ihr das Blut Christi hättet, um eure Herzen von ihren Sünden rein zu waschen!" Die Antwort aber lautete: „Mein Herz ist rein und braucht nicht gewaschen zu werden!" Der Missionar entgegnetc: „Lieber Freund, die Schrift und unser Gewissen sagen uns, daß unsere Herzen um unserer Sünde willen unrein sind, nnd daß, wenn wir nicht rein gewaschen werden, wir nicht in den Himmel kommen können". Aufgebracht erwiderte der Falascha: