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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 das neuere Israel darbietet, weder blenden oder täuschen, noch auch abstoßen und ungerecht machen. So unmöglich es schien, daß jenes Israel, welches noch das vorige Jahrhundert fast ausschließlich gekannt, sich in das Israel unserer Zeit verwandeln werde, so unmöglich will es Vielen Vorkommen, daß unser gegenwärtiges, fleischestrunkenes und in sich selbst stark gewordenes Israel ganz und gar vom Geist des Herrn ergriffen werden könnte. Die Prophezeiung aber hat nach vielen Jahrhunderten in dem Einen Recht behalten, sie wird es auch in dem Andern. Und eben diese Gewißheit soll uns von Neuem die Freudigkeit zu unserer Arbeit an Israel geben. Unsere Arbeit aber ist hierbei eine zwiefache. Zunächst erkennen wir aus Hcsckiel, daß die Neubelebuug Israels dem Leibe nach eine Folge des Prophezeiens über die Todtengebeine ist. Zu der Zeit, wo das Prvphetenwort in den Gefilden, da diese Gebeine liegen, über denselben und für dieselben laut wird, soll eine neue Bewegung unter ihnen anheben. Die Wirklichkeit hat dies bestätigt. Seit von den Tagen der Reformation an wieder statt der bloßen Kirchenlehre das Wort der Propheten und der ganzen heiligen Schrift in der Völkerwelt, die mit den dürren Gebeinen Israels bedeckt ist, an dieselben gerichtet wird, hat die Neubelebung der Juden begonnen. Je weiter dann dieses prophetische Wort, und das heißt doch die Bibel, drang, je mehr dasselbe die Völker verneuerte, je völliger es die Nationen und alle ihre Verhältnisse umgestaltete, je allseitiger es die Menschen ergriff, so daß es auch Wissenschaft und Unterricht, Schule und Haus, Staats- und Gesellschaftsleben außer dem kirchlichen allgemach vollständig durchdrang, desto unwiderstehlicher zog es die Juden in seinen Bereich, theils durch den Einfluß des allgemeinen Lebens, theils durch direkte Missionsthätigkeit, und desto größere Macht hat es auf dieselben ausgcübt. Das durch die Reformatoren einmal laut gewordene Bibelwort hat nach und nach auf dem Völkergebiete eine Atmosphäre geschaffen, der sich nichts daselbst entziehen konnte. Auch das starr und leblos gewordene Judenthum hat sich den Wirkungen der Reformation nicht entziehen können, vielmehr ist unter ihnen allein das heutige Kulturjudenthum entstanden. Das neuere Judenthum, für welches die Neubelebung des ganzen jüdischen Stammes nach seiner äußeren und natürlichen Erscheinung charakteristisch bleibt, ist

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