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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 öffentliche Auftreten unserer Juden sogleich zeigt, immer klarer die Juden der ganzen Erde. Und wo etwa unter ihnen die Zugehörigkeit zu dieser oder jener Nation als Schranke geltend gemacht wird, da erhebt sich hiergegen alsbald der schärfste Tadel von anderer Seite. Viele Christen haben daher gemeint, eine gemeinsame Verschwörung zur Aufrichtung ihrer Weltherrschaft unter den Juden der Gegenwart annehmen zu müssen.' Doch ist dies verkehrt, sondern sie sind vielmehr von demselben Streben ergriffen, welches jetzt alle Hauptvölker beseelt, ihre verschiedenen Stämme aus der Vereinzelung zur Einheit zusammenzufassen; wenn auch immerhin die Absicht der Juden hierbei zunächst nur darauf geht, sich den vollen Genuß des Kulturlebens durch gemeinschaftliches Wirken aller Orten einander zu sichern. Doch ist es in der That nur eine Verneuerung dem Leibe nach und eine Zusammenfassung der Glieder, welche jetzt in Israel vor sich geht. Der wahrhaft lebendigmachende Geist dagegen, welchen Hesekiel erst in späterer Folge die aus ihrer tödtlichen Erstarrung erlösten Gebeine erfüllen sieht, fehlt noch durchaus. Vergeblich würde man in dem modernen Israel nach irgend Eineni suchen, das innerlich und aus dem Geiste heraus die Gemüther verbände. Hier herrscht vielmehr eine unaussprechliche Zerfahrenheit, und jedes Jahr steigert dieselbe noch, denn jedes Jahr überträgt dieselbe auf weitere Theile des ganzen Stammes. Jüdischerseits täuscht man sich freilich zumeist über die wahre Lage der Dinge, und unter den Christen findet sich auch nur selten ein richtiges Vcrständniß über Wesen und Art der Gegenwart Israels. Die Juden halten Fleisch für Geist und das kräftige, blühende, schwellende Anfleben im Fleisch für den rechten Sieg über den Tod. Viele Christen, die selbst in das Fleisch zurückgesunken sind, bestärken sie in ihren Gedanken; Andere hingegen, welche Israels Todtengebcine immer nur zerstreut auf dem Felde der Völkerwelt liegen bleiben scheu möchten, oder die keine wahrhafte Freude an der künftigen Wiederbelebung des Volkes im Geiste haben, fühlen sich von dem bloßen Fleischesleben, welches ihnen im heutigen Kulturjudenthum cntgegentritt, angewidert. Wer dagegen das Wort der Weissagung als Leitstern erwählt, erkennt in der Erfüllung des Einen die Bürgschaft für. das Andere und Größere. Darum läßt er sich aber durch die Erscheinung, welche

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