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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 1-2 (1877) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
1-2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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einen Staats- oder Papst- oder Kultur-Kultus treiben, ihre frühere Bedeutung und müssen die führende Stelle an andere abtreten. Die Romanen haben allein aus diesem Grunde den Germanen weichen müssen, und die Germanen befinden sich offenbar an dem Punkte, da es sich entscheiden wird, ob sie die Leitung der Völker noch behalten können oder abgeben müssen. Ernst und wahrhaft kritisch sind aber die gegenwärtigen Tage für die Germanen; denn der Gehorsam Christi ist keineswegs unter ihnen mehr die ihre Seele bestimmende Macht, und säst will es scheinen, als ob die Zeit der Rückkehr zu einem solchen Gehorsam bereits vorüber wäre. Jedesfalls ist es für die Germanen überaus bedenklich, daß die Slaven unaufhaltsam in den Vordergrund treten, und daß die Frage über die Bedeutung der Slaven gegenwärtig die ganze bisherige Verfassung der Völkerwelt völlig umzugestalten droht. Romanen, Germanen und Slaven sind die Völkergruppen, innerhalb deren und aus denen heraus die geschichtlichen Entscheidungen der christlichen Zeit geschehen. Ist in ihrer Mitte einst das Königreich Christi gestürzt, um an seiner Stelle, sei es unter christlichen oder sei es unter nichtchristlichen Namen, den Menschenwillen und das Menschenreich auszurichten, dann ist die Zeit der Völker vorüber. Weder die Völker Amerikas, noch die Asiens oder die Afrikas tragen ein Gepräge, welches den Uebergang des Reiches Gottes auf sie erwarten ließe. Daß wir gegenwärtig nun aber bereits der „Slavischen Periode" so nahe stehen, erinnert uns mit Macht daran, daß eben einmal „die Zeiten der Völker erfüllt werden". Und dasselbe weist uns zugleich auf jenes andere Wort des Herrn, welches nach den Zeiten der Völker wieder Jerusalem und Israel hervortreten läßt. So nahe wie heute hat darum aber auch Israel noch nie in der christlichen Zeit jenem Wendepunkte gestanden, welcher den Uebergang des Reiches Gottes von den Völkern zu dem Volke der Juden bezeichnet. Man verstehe uns nicht falsch; wir meinen nicht, daß die Zeit Israels bereits in einigen Jahren oder Jahrzehnten eintreten werde. Der Prozeß der Entwickelung innerhalb der Völkerwelt ist ja noch nicht an seinem letzten Stadium angelangt, und ehe das nicht geschehen, ist auch die Zeit Israels noch nicht gekommen. Aber die Zwischenstufen sind offenbar demnächst überschritten, und die letzte Vorstufe ist bald erreicht. Eben daher nun auch

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