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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 11-12 (1876) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
11-12 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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190 In Frankfurt selbst haben sich auch während des vergangenen Jahres mehrere jüdische Familien, welche zu der wohlhabenden Klasse gehören, taufen lassen, dies aber nicht durch den Missionar. Oft geschehen diese Uebertritte nicht aus wahren Herzeusüberzeugungen und doch sind selbst diese nicht immer völlig werthlos. Die getauften Juden treten fortan unter den Einfluß der Predigt des Evangeliums und dringen oft, wie ja auch viele Christen, allmählich zum wirklichen Glauben hindurch. Ihre Nachkommen aber wachsen jedcsfalls als Christen auf. Die Borfahren so manches ernsten Christen unserer Tage sind von wahrer Bekehrung noch recht fern gewesen, und dessen Nachkommen nun doch treue Bekenner geworden. Die Hauptstadt des deutschen Reiches ist von Neuem ein Ccntralpuukt für die Judcnmissioii geworden. Bon der Christuskirchc in Berlin zumal gehen viele Anregungen auf Inden und Christen aus. Die Predigten Prof. Cassels daselbst und besonders die über alttestamentliche Texte werden auch gnt von Juden besucht, ohne daß dieselben dafür irgend etwas von ihren Glaubensgenossen zu leiden hätten. 9 Juden sind getauft worden; mehr als IM haben Prof. Cassel um Unterricht ersucht; er macht es aber zur Regel, nur solche anzunehmen, die auch arbeiten wollen. Besonders drängen sich die Juden zu den wissenschaftlichen Vorlesungen Prof. Cassel's; er selbst hat mehr als 150 Billets zu denselben an Personen ausgehändigt, die ihm als Juden bekannt waren. Die Erfahrung, daß viele Juden sich gegen den Missionar gern damit wappnen: derselbe rede nur so mit ihnen, wie er cs thuc, weil er ja dafür bezahlt werde, hat einen Missionar in Breslau veranlaßt, aus den christlichen Kreisen seiner Umgebung Mithelfer herbeizuziehen, deren Missionsbemühungen gegenüber den Juden eben diese Ausflucht nicht übrig bliebe. Er bat also die Besucher seines Gottesdienstes, daß ein Jeder unter ihnen, der ein Herz für Israel habe, irgend einen Juden seiner Bekanntschaft in sein tägliches Gebet mit einschließen, daß er eben demselben bei gebotener Gelegenheit ein Wort von seinem ewigen Heile sagen, und daß er geeignete Schriften, die gern zu diesem Zwecke überwiesen werden sollten, in jüdischen Kreisen zu vcrtheilen sich ange-

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