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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 11-12 (1876) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
11-12 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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189 stehen auch an der Spitze aller städtischen und politischen Bewegungen. Ja dies hat einen solchen Grad erreicht, daß cs bereits eine gewisse Eifersucht auf christlicher Seite erweckt. Zutritt zu ihm vorher nicht schon bekannt gewordenen jüdischen Familien zu finden, wenigstens in der wohlhabenden Klasse, ist für den Missionar fast unmöglich; aber durch öffentliche Vorträge, die von einer ziemlichen Zahl angesehener Juden besucht wurden, ward er in den Stand gesetzt, mit einigen derselben sich bekannt zu machen und diese von Zeit zu Zeit zu besuchen, um dann mit ihnen über die christliche Wahrheit zu sprechen. Auf Reisen ist das viel leichter, weil man da mit den Versuchen, Zutritt zu erlangen, selbst wenn man abgewiescn wird, nichts auf's Spiel setzt, aber cs würde nicht rathsam sein, solche Besuche in der Stadt, welche der Missionar bewohnt, zu machen." Mit Dank berichtet Missionar Hefter dagegen, daß bei manchen Christen ein warmes Interesse für die Bekehrung Israels erwacht. Das Alte Testament und besonders die Propheten, welche früher für Viele derselben ein versiegeltes Buch waren, werden jetzt mehr gelesen und studirt, und der Missionar wird oft aufgesordcrt, außerhalb seines Distriktes zu predigen oder Vorträge zu halten. Mit besonderer Freude aber erzählt er von einer Reise nach Rußland und seinem Aufenthalte daselbst. Obwohl es rathsam für ihn war, nicht zu sehr die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, benutzte er doch, so weit es die Umstände erlaubten, jede Gelegenheit, um die Interessen der Judenmission zu fördern. Er hielt über den Gegenstand im Petersburger Diakonissenhause einen Vortrag, ebenso im Hause des Pastor Dnlton vor einem ausgcwähltcn Znhörerkreise von Pastoren, Professoren, Gehcimräthen und höheren Offizieren, und bei einer Gelegenheit in einem großen Saale vor 200 Kindern. Ebenso predigte er vor manchen Gemeinden, die ein warmes Interesse an der jüdischen Sache zu Tage legten. Auf seinem Heimwege hielt er Predigten und Vorträge in Mitau. Hunderte von Juden waren in der Kirche, und eine jüdische Dame äußerte gegen Missionar Hefter, daß sie in der Kirche empfangen habe, was ihr für die Ewigkeit nützen würde. Viele alte Missionsfreunde sagten ihm, daß ihr Herz auf's Neue für das Werk erweckt worden wäre. Dasselbe erfuhr er in Memel, wo er früher einmal gearbeitet hat.

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