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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 11-12 (1876) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
11-12 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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188 in der Abendschule für Handwerker 5 Juden Preise in Geschichte, Geographie, Zeichnen und Socialwissenschaft. Bon 16 Studenten der italienischen Universitäten, welche Stipendien zur Fortsetzung ihrer Studien im Auslande erhielten, waren 4 Juden. Auf der Universität Pisa unterrichten auch 5 jüdische Professoren und ein jüdischer Docent. Jüngst ist Signor Castelli, der Verfasser des Buches „Der Messias nach den Hebräern" vom Unterrichtsminister zum hebräischen Professor im Oberinstitut ernannt worden. Man kann nicht sagen, daß die gelehrten Juden Italiens sehr oder überhaupt irgendwie ihrer Religion anhangen, aber unzweifelhaft beeinflussen sie das religiöse Denken des ganzen Landes in sehr unvortheilhaftcr Weise. Das gesammte Judenthum der romanischen Staaten oder der aus romanischen Ländern abstammenden Israeliten ist ein äußerst lebloses: leeres, kaltes Formenwesen auf der einen Seite, auf der andern die größte religiöse Gleichgültigkeit, und im Uebrigcn ein vollständiges Ertrunkcnsein in den Sorgen des Augenblicks oder in der Seligkeit des modernen Kulturlebens, das ist das Bild desselben. Das Judenthum Deutschlands ist ein viel regsameres; denn wiewohl es seinen religiösen Gehalt in stets wachsendem Maße verliert, so ist es doch in lautester Weise mit religiösen Fragen und am Allermeisten mit seiner Selbstverherrlichung beschäftigt. Im Westen und Süden des Landes zeigt es hierbei eine etwas mehr neuorthodoxe Färbung, ebenso an der russischen Grenze, in der Mitte und im Norden gemäßigter oder entschiedener das modern reformerische Gepräge. Missionar Hefter in Frankfurt a./M. macht die Bemerkung, daß, wie es von uns schon öfter als feststehende Regel bezeichnet worden ist, die Juden der verschiedenen Distrikte ungemein von ihrer Umgebung bestimmt werden. „Die unter Katholiken lebenden Juden — sagt er — bleiben, obwohl sie sich in ihren religiösen Ansichten nicht von den unter Protestanten lebenden Glaubensgenossen unterscheiden, den äußeren Gebräuchen ihrer Religion und ihres Rituals treuer als die anderen. Und während der theoretische wie der praktische Unglaube wächst, wird zu gleicher Zeit ein gewisser Eifer für den Talmud und die rabbinischc Literatur an den Tag gelegt. Hinsichtlich ihrer socialen Stelluug können die Juden noch kaum etwas wünschen. In Frankfurt läßt man sie nicht nur als Gleichberechtigte zu, sondern sie

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