Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 11-12 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554828-2554835--06680-2562673- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
186 jüdischen Massen gewinnen und eine Seelenernte davontragen, die uns keiner unserer Gegner abstreiten können wird. So lauten die Mittheilungen aus dem Kreise der Missionare in London selbst. Aber auch Liverpool und Manchester gehören zu den beständigen Stationen der Gesellschaft. Und in diesen hat man dieselben Erfahrungen wie in der Hauptstadt gemacht. In Manchester speziell hatten die angesehensten Geistlichen den Juden und für die Judenmission gepredigt. Die erste Predigt hielt in der Kathedrale der Bischof von Manchester, die zweite der Professor des Hebräischen von Kings College in London, Stanley Lcathcs, die dritte der Missionar Stern in der St.-Michaels-Kirche, und bei allen diesen Gottesdiensten hatten sich die Juden der Stadt zahlreich eingcfunden. Nach alter Weise aber hat sich auch die Arbeitsanstalt (Operative) für jüdische Prvselyten in London bewährt; dieselbe besteht bereits 45 Jahre, und ihre Existenz ist noch immer nöthig. Im Allgemeinen sind zwar die Juden nicht mehr so bigot wie früher, aber doch stndet noch immer der jüdische Forscher oder der neu getaufte Israelit in 99 unter 100 Fällen fast jede Thür für sich verschlossen und der Gelegenheit, sich selbst sein Brot zu erwerben, beraubt. Da haben nun aber 700 solcher Juden dieses Daheim gefunden, welches ihnen für 2 bis 3 Jahre zu einem Asyle ward; und eine beträchtliche Zahl derselben ist durch Erlernung eines Handwerks an dieser Stätte in den Stand gesetzt worden, sich fortan selber den Unterhalt zu verschaffen. Vorsteher der Anstalt ist gegenwärtig Missionar Brühl, früher in Wien. Von den Stationen des Festlandes lauten die Berichte gar verschiedenartig. Die Gcsammtlage der Mission hat sich auch dort nur wenig geändert. Zur Charakterisirung sei Einzelnes hervorgchoben. In Holland hat man auch weiter Amsterdam und Rotterdam besetzt gehalten. Missionar Adler hat z. B. 7 Kinder judenchristlicher Eltern getauft. Ueberhaupt kennt er persönlich über 80 getaufte Juden in Amsterdam und Umgebung, und dieselben machen fast ausnahmlos ihrem Christenuamen Ehre. Eine Anzahl derselben versammelt sich wöchentlich zu einer Bibelstunde bei dem Missionar, und eben diese gewinnen mehr und mehr Missionsmuth; mehr als kiiimal sind Inden durch dieselben zum Besuche der christlichen