Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 11-12 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 entlehnt sei, und wenn er zum Beweise dessen behauptet, daß das Neue Testament das Wert von Christen sei, welche im 2. Jahrhundert gelebt haben, so kann man ihm diesen Beweis leicht zu Schanden machen. Denn wir können ihm zeigen, daß seine sog. ursprünglichen Quellen, wenn sie immerhin manche Achnlichkeit und manches Vergleichbare mit den Sittenlehren unscrs HErrn zeigen, alle oder doch fast alle der nachmischnaischcn Periode angehören, und daß also der früheste Zeitpunkt, der für sie angenommen werden kann, der Anfang des 3. Jahrhunderts ist. Auf der andern Seite können wir ihn auf den Traktat Sabbath Fol. 116, S. 1 Hinweisen, wo von den mit den Aposteln zu gleicher Zeit lebenden Rabbinern die Frage besprochen wird, ob die Evangelien — denn diesen Namen brauchen Rabbi Mayer und Rabbi Jochanan ausdrücklich — vom Feuer deshalb errettet werden sollen, weil man in ihnen dem Namen Gottes begegnet. An derselben Stelle erwähnt ein Enkel des Gamaliel der Apostelgeschichte (der bei der Kreuzigung zum Mindesten den Höhepunkt seiner Jahre überschritten haben mußte) gelegentlich die fast wörtliche Anführung einer Stelle aus der Bergpredigt (Matth. 5, 17) durch einen christlichen Philosophen. Wir können ihm gleichfalls Nachweisen, daß der Talmud ebenso unleugbar der Bann über den Juden in allen Zeiten und Ländern gewesen ist, als das Neue Testament nach seinem eigenen Zugcsiändniß für die Welt und indirekt für seine eigenen Glaubensgenossen von höchstem Segen. Unsere Angriffswaffeu aber werden uns ebenso von der jüdischen Presse in die Hand gelegt, und diese müssen sich, wenn mit Liebe und Vorsicht geführt, noch wirksamer beweisen, da sic sich direkt auf jenes religiöse Gefühl hinrichten, welches, wie behauptet wird, den Juden so besonders eigen ist. Urtheilt man nach den öffentlichen Aeußerungen der Organe und Blätter des Judcnthüms, so ist es klar, daß für das System, welches als Judenthum ausgegeben wird, das Wort „Religion" nur mißbräuchlich angewandt wird. Der beste Beweis jedoch für die Feststellung vom Werthe eines Glaubens ist der Trost, welchen derselbe an der Schwelle des Eingangs in die Ewigkeit zu gewähren vermag. Welcher Art sind also die Gefühle der eigentlichen Vorkämpfer des Judenthums im Angesicht der bevorstehenden AusiösuNg? Kurz vor seinem Tode schrieb jüngst der