Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1876-01-01 · 11-12 (1876) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
11-12 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554828-2554835--06670-2562663
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m 176 Einige Minuten lang athmctc sie leise und langsam, dann war Alles still. Leila war todt. Ihre Seele war cingegangcn zum seligen Schauen. Sie starb den 37. November 1849 in einem Alter von 20 Jahren. Ihr Vater aber folgte ihr als ein erlöster Christ nach 11 Monaten znm seligen Frieden. Auf Leila's Grabe aber steht der Spruch, den sie sich selbst dazu ausgesucht: „Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unfern HErrn Jcsum Christum!" Zur Mission in Polen. Die Londoner Gesellschaft für die Verbreitung des Christcnthnms unter den Juden hat mich in der letzten Zeit wieder im Vertrauen aus Gottes Gnade und Hülse das Missionsfeld, ans welches sie Arbeiter sendet, erweitert. In Marokko hat sie zu Magador eine neue Station gegründet und in Rußland ist cs ihr gestattet worden, die Judcnmission in Polen, nachdem dieselbe 21 Jahre daselbst verboten war, wieder zu eröffnen. Seit Mitte Juni arbeiten drei Missionare in diesem Lande, in welchem ihnen Warschau als Aufenthaltsort angewiesen ist. Die Bedeutung dieser neu eröffneten Mission ist schon aus der Zahl der jüdischen Einwohner in Warschau und Polen ersichtlich. Es giebt kein Land, in welchem dies Volk so zahlreich vertreten ist, als in diesem. In Warschau allein leben 90—100,000 Israeliten, ivährend die ganze Provinz von fast 1 Million Juden bewohnt wird. Aber noch wichtiger erscheint dieses Missionsseld, wenn man bedenkt, daß die polnischen Juden noch nicht, wie wir es in den westeuropäischen Ländern zu sehen gewohnt sind, ihr nationales Wesen und Leben mehr und mehr aufgegcben haben, um auch in Politik, Kunst und Wissenschaft, wie schon auf den anderen Gebieten des Kapitals und der Presse, einen dominircnden Einfluß zu gewinnen. Vielmehr haben die meisten polnischen Juden von Jugend auf den Talmud gelernt und betrachten die Lehren und Vorschriften desselben als die Regel und Richtschnur für ihren Glauben und ihr Leben. Allerdings kann cs nicht geleugnet werden, daß es eine nicht unbedeutende Anzahl dieser talmudischen Juden giebt, die nur in ihrem äußerlichen Auftreten und Verhalten sich danach richten, innerlich aber unbefriedigt von dein talmudischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.