Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 11-12 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Predigt und erbauliche Belehrung. Die Predigt des Evangclii träufle ihr von Segen, kommt doch der Glaube aus der Predigt, wie geschrieben stehet. Aber von-Neuem auch wurde die erweckte Seele von den feurigen Pfeilen des Böscwichks umschwirrt, der ein Mörder und Lügner ist von Anfang. So schreibt Leila am 31. März 1848: „Schreckliche Gedanken durchkreuzen mein Inneres. Meine Seele ist voller Finsterniß und Lästerungen. Ich kann mich kaum enthalten, die Flüche unserer Schriften wider den HErrn der Herrlichkeit auszustoßen. HErr, hilf mir! O hochgclobter Jesu, laß in Gnaden, in Gnaden jene Stimme hören, die in den Tagen Deines Aufenthalts unter den Menschen die Wuth der Stürme stillen und die von bösen Geistern Besessenen heilen konnte, o sprich meiner Seele zu! Ach, wie mich mein Kopf schmerzt! HErr, HErr, mein Gott, was habe ich gethau, daß Du mich verlassen solltest?" Aber er verließ sie nicht, der liebe, treue, barmherzige HErr, der grundlos barmherzige Samariter. Er goß Oel und Wein in ihre Wunden. Immer gewisser wurde Leila in ihrem Glauben, immer reicher an Erkenntniß, immer seliger in heiligem Frieden, so daß sie bald durch die heilige Taufe eingeleibt wurde in den edlen Wein stock; nach der Taufe aber wurde sie im heiligen Nachtmahl mit dem Leibe und Blute ihres Heilandes erquickt. Mit Freudenthränen schrieb sie an jenem Tage: „Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er Dir heute Gutes gethan hat! Das Blut, welches die Juden über sich und ihre Kinder zum Fluche herabgerufen haben, hat sich in überschwänglicher und unaussprechlicher Gnade über mich ergossen! Christus ist mein und ich bin sein." Jetzt wollte Leila ihre Bekehrung auch ihrem Vater nicht mehr verbergen. Sie wollte den HErrn ihren Heiland und Erretter auch vor den Menschen bekennen. Unter brünstigem Gebete schrieb sie einen langen, köstlichen Brief an ihren Vater, in dem sie bekannte, daß all ihre Sünden durch das Blutvergießen Jesu von Nazareth vergeben seien. Meisterlich wies sie in diesem Briefe nach, daß das Judcnthum in Jrrthum und Sünde besangen und alle Mcssiasweissagungen des alten Bundes in dem HErrn Jesu erfüllt seien. Zum Schlüsse bekannte sie, eine getaufte Christin zu. sein, und bat den HErrn, auch ihren theurcn Vater zu den Strömen von Seligkeit zu leiten, die sic selbst schon gekostet habe.