Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 11-12 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Schuld anzuerkennen wir uns hartnäckig geweigert haben. Ich habe die Geschichte unseres Volks gelesen und finde nur eine That, welcher unsere ganze Nation jederzeit ihre einstimmige und beharrliche Zustimmung gegeben hat: Es ist die Kreuzigung Jesu, des Sohnes Gottes. Daß er der Messias sei, bezweifle ich nicht länger. Das Neue Testament stimmt mit dem Alten überein. O welche Herrlichkeiten hat es meinem Blicke entfaltet! Ich danke meinem Gott und Vater für den sichtbaren Einfluß seines heiligen Geistes, während ich es las. Ich fürchte mich nicht länger, es zu schreiben.- Vor dem Fluch der Rabbinen habe ich mich nie gefürchtet. Weinet, weinet, ihr Juden, über eure Sünden! Das Land sogar, worin eure Misscthat begangen wurde, weint, sieht kläglich aus und ist verheert. Ich habe das liebliche Evangelium gelesen, aber ich bin ein armes, unwissendes, verfinstertes Wesen und kann es nicht so verstehen, wie ich wünsche. O, daß ich in England wäre! o daß ich von den Knechten Christi mehr Erkenntniß erhalten könnte! Es ist ein wahrer Seelenkampf. Ich wünsche eine Christin zu sein. O HErr, stille meine Unruhe! Lehre mich Dein Gesetz, das da frei macht, und wenn Du mich Deinen Willen gelehrt hast, so hilf mir Dir folgen und meinen eigenen aufgeben, was auch meinem Leibe widerfahren mag. Amen. „Nun, mein HErr und Heiland, Jesus Christus, meine Hoffnung ruht in Dir, mein Gebet ist zu Dir gerichtet, erhöre mich nach Deiner großen Gnade! Errette mich aus dem Koth, daß ich nicht versinke, und aus diesen großen Wassern, daß sie mich nicht ersäufen!" Alle Noth einer geängsteten Seele kam über Leilas ringendes Herz. So lange sie noch in ihrem Judenthnm ruhig gewandelt hatte, so lange sie noch nicht von Dem ergriffen war, der da allein errettet aus der Gewalt der Finsterniß, so lange waren auch ihre Anfechtungen nur gering gewesen. Als aber der Teufel sah, daß es Ernst ward, als Leila zum HErrn Jesus erst beten konnte, da ließ er gegen die arme Mädchenseele die Schrecken der Hölle los, da jagte er sie wie ein irres Wild. Während sie in Jerusalem die heiligen Stätten betrat, an denen einst auch Er gewandelt hatte, der vor ihren Glaubensaugen jetzt ausging als ein heller Stern, wurde sie von furchtbaren inner» Anfechtungen ergriffen, und wie Jakob einst an der Furth Jabock, so rang sie mit dem HErr», bis