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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 9-10 (1876) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
9-10 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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156 unter muhamedanischem, auch unter griechisch-orthodoxem und katholischem Fanatismus zu leiden. Am wenigsten plagten ihn die Türken, am meisten die Griechen; es schien fast, als wollten sich letztere für die ihnen türkischerseits zugefügte» Gewaltthaten an den Juden rächen. Spitznanie der Juden in der Türkei ist „Kekeres“, und dieses Kekeres ist noch immer die treueste Bewahrheitung seiner langen Leiden. „Que quieres?“ d. h. was willst du? (die Juden der Türkei sprechen einen Jargon ihrer in der Zeit des Sultan Sulejmann verlassenen spanischen Heimath) ist die einzige Abwehr des Juden gegen seine Unterdrücker. Wird ein Knabe muthwillig gepeinigt oder geschlagen, wird ein Alter beim Barte gezaust, hört man nur das klägliche „Que quieres?“ — Was habe ich dir gethan, was willst du von mir? (Den Christen gegenüber aber nehmen die orientalischen Juden eine viel energischere Stellung ein; oft genug berichten die Zeitungen von förmlichen Schlachten zwischen beiden, in denen die Christen nicht selten unterliegen. V. mußte das wissen, seine Schilderungen haben nur für das Verhältniß de» Muhamedanern gegenüber ihre Richtigkeit.) Bei einem umfassenden Blicke auf sämmtliche Juden von den Ufern des Bosporus bis zum fernen Chokand tritt die Wahrnehmung hervor, daß, je weiter nach Osten, Zahl und Größe ihrer Gemeinden mehr und mehr abnehmen. Je entfernter eine Gegend von dem Machteinflusse des Abendlandes sich befindet, desto geringer ist die Zahl der daselbst wohnenden Juden. Der Ländercomplex des heutigen ottomanischen Kaiserstaates war immer ihr Lieblingsausenthalt, während des Mittelalters dessen östlicher und in der Neuzeit dessen westlicher Theil. Ein Regensburger Rabbiner (Rabbi Petachia), der im Jahre 1217 seine asiatischen Glaubensgenossen besuchte, fand in Mosul über 6,000, in Damaskus 10,000, in Nisibis 8,000 Seelen, und spricht obencin von Festen in der Nähe Bagdads, welchen 80,000 Juden angewohnt haben sollen, während gegenwärtig nur die Hälfte dieser Zahl für sämmtliche Juden der asiatischen Türkei veranschlagt werden kann. (Die Zahl ist nicht richtig; außer denen in Arabien wohnen in der Asiatischen Türkei über 100/000 Juden.) Bagdad, von den Juden als das alte Babel angesehen, ist übrigens nach Konstantinopel und Saloniki (in letzterer Stadt giebt cs wenigstens 36,000 Juden) die größte jüdische Kolonie im Morgenlande. Es wohnen in diesem Paschalik

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