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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 9-10 (1876) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
9-10 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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147 unserer Provinzen und Landen eine genaue Nachforschung angeordnet und unseren Regierungen und Cvmmissarien unter Andern aufgegeben, die Rabbiuen und Aeltesten mittelst eines wohlgeschärften Judeneides zur Erkenntniß der Wahrheit anzuhalten, nebst angehängter ausdrücklichen Bedrohung, wofern sie darunter einen Meineid begehen würden, daß sie. Andern zum Abscheu, am Leib und Leben gestraft werden sollten. Als nun die Juden vernommen, daß die Lästerung in den Worten: Schechem coreim umistachavim lehewel varik umitpallelim lelo josehia, so sollen sie nicht allein dem heftig widersprochen, sondern sogar auch einen in den jüdischen Sachen erfahrenen und gelehrten Christen sich berufen haben, der sie deswegen in einem in öffentlichen Druck herausgegebenen Buch entschuldige. Was aber den Verstand und Sinn der angeführten Worte anlanget, so haben sie vorgegeben, daß das Gebet Olenu leschabbeach von Josua Zeiten herkomme und von ihm, als er die Amoriter große Abgötterei, welche die Sonne, Mond und das Gestirne, ja noch andere ganz elende und nichtige Dinge angebetet, gesehen hätte, sei gemacht worden, und wäre solcher Worte eigentlicher Sinn und Verstand folgender: Welche kniccnd sich bücken vor Eitelkeit und Leerheit, das nicht helfen kann. Womit Josua auf die große Blindheit und Abgötterei der Heiden gezielt hätte, und folgends irrig wäre, daß sie, Juden, unter solchen Worten die Christen begreifen oder solche Völker verstehen sollten, welche nebst ihnen den Schöpfer Himmels und der Erde (von dem in dem Gebete vorhin gemeldet worden) anbcten, oder daß sie selbige Worte, angeschuldigtermaßen, zu einer Lästerung des Heilands gebrauchen sollten. Ob nun wohl wegen des Ausspciens und Hinwcgspringens es ihnen an Ausrede nicht ermangelt, sich auch überall zur Abschwörung des auf's Schärfste projektirt gewesenen und ihnen vorgelesenen Eides sich erboten: so haben Wir doch ans landesväterlicher Sorgfalt gegen alle unsere Unterthancn mehr Liebe für sie, als sie selbst des Erbarmens über sich gehabt, und daher unfern Commissarien allcrguädigst Befehl erthcilt, zur Ablegung des Eides sie nicht anzuhaltcn, in mehrerer Erwägung, daß Wir doch dadurch biö auf den Grund der Sachen nicht kommen würden, die Entheiligung des allerheiligsten Namens Gottes aber sehr zu besorgen stünde, bei einem Volk, das den Eid, nach der Lehre Einiger unter ihnen, zu vernichten und hier insonderheit, aus Furcht der unaus- 10*

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