Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 9-10 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554828-2554834--06639-2562631- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
146 Amtleute sind, nebst Verherrlichung des großen Namens Gottes, auch diesen Hauptzweck haben müssen: daß sie nicht allein die zeitliche Wohlfahrt der ihnen anvcrtrautcn Unterthanen befördern, sondern weil dieselben nicht allein für diese Welt geschaffen, und in dem sterblichen Leibe eine unsterbliche Seele tragen, auch dafür nöthig zu sorgen haben, daß, wo sie nicht Alle zu Gott bekehrt, wenigstens ihr Gericht ihnen doch einstens nicht schwerer werde. Wenn dann in solcher Erwägung Wir mit erbarmenden Augen das arme Judcnvolk, so Uns Gott in unfern Landen unterwürfig gemacht, ansehen, so wünschen Wir wohl herzlich, daß dies Volk, welches Gott ehemals so herzlich geliebt und vor allen Völkern zn seinein Eigenthum erwählt hatte, endlich von seiner Blindheit möchte befreit und mit uns zu einer Gemeinschaft in dem Glauben an den uns aus ihnen selbst geborenen Messias und Heiland der Welt gebracht werden. Weil aber das große Werk der Bekehrung zu dem geistlichen Reich Christi gehört, und Unsere weltliche Macht keinen Platz darinnen findet; Wir auch die Gewissen der Menschen dem Herrn aller Herren einig überlassen, so müssen wir Zeit und Stunde abwarten, welche der barmherzige Gott, sie zu erleuchten, seinem allein gnädigen Willen Vorbehalten hat, indessen mit Geduld ertragen, und Mittel zu ihrer Bekehrung mit aller Liebe und Sanftmuth anwenden lassen. Wie Wir denn hiemit insonderheit die Geistlichkeit und Seelsorger ermahnt haben wollen, so oft sie Gelegenheit dazu ersehen, sich zu bemühen, wie sie dieses ungläubige Volk mit Sanftmuth gründlich überzeugen und dem Messia, unserm Herrn zuführen mögen, und Alle und Jeden, so den Namen Christi unter uns bekennen, ernstlich anweisen, ihnen Aergerniß nicht zu geben, und keinen Stein des Anstoßes ihnen in den Weg zu legen; dagegen Wir aber auf die Bosheit, da sie sich wider Jesum Christum, unfern Herrn und Heiland und sein Reich erheben wollen, zu wehren und sie mächtiglich zu stören, uns höchst verpflicht zu sein erachten. Weil Wir denn vor kurz verrückter Zeit mit vieler Wahrscheinlichkeit berichtet worden, daß die Juden, groß und klein, in ihrem Gebet, so sich Olemi leschabbeach an fängt, und sowohl von ihnen in den Schulen, als zu Hause gesprochen wird, abscheuliche Lästerungen wider unfern Herrn und Heiland der Welt führen, auch alsdann wie vor einem Greuel ausspeieen und von dem Orte etwas hinwegspringen sollen, so haben Wir deshalb in verschiedenen