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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 9-10 (1876) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
9-10 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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145 schuldigung. Manasieh Ben Israel aber erklärte: „Die Juden haben, seitdem diese Vcrläumdung zuerst entstand, diese Zeile — obschon sie sich auf die Heiden und ihre eitlen Götter bezieht, die sich gegen eitle und unwürdige Dinge erniedrigen — weggelassen, um auch die geringste Veranlassung zum Aergcrniß und zur Beleidigung zu vermeiden. Johann Horbeck, William Dorsticus und Buptorsf haben es eingeräumt, daß es ihnen zuerst durch einen gewissen Antonius Margarita, einen Juden, der zum christlichen Glauben übergegangen war, bekannt gemacht worden sei, daß dieser Theil des Gebetes gegen die Götzen des Papstthums verstanden worden sei." So berichtet Spieker, und in der That war das Gebet nach seiner ursprünglichen Meinung wohl nicht gegen das Lhristenthum insbesondere gerichtet. Indem hier jedoch unterschiedslos alle Völker mit ihren Religionen dem Volke Israel und seiner Religion entgegcngestellt werden, mußte sich von selbst in vielen Gemüthern der Juden eine abschätzige Beurtheilung des Christenthums bilden. Je länger je mehr werden die allein in christlicher Umgebung lebenden Juden den Sinn des Gebetes als gegen die Christenheit gerichtet angesehen haben, und so trug dasselbe sicher gar viel dazu bei, das Urtheil der Juden über die Christen zu verschlimmern. Denn Jahrhunderte lang in dieser Weise an heiliger Stätte ausgesprochene Gedanken und Gefühle mußten die Herzen der Juden mit tiefem Widerwillen gegen die Völker, in deren Mitte sie lebten, erfiillen und waren ein stetes Hinderniß, daß es zu einer gerechteren Würdigung oder auch nur Prüfung der christlichen Religion in ihrer Mitte gekommen wäre. Man wird es hiernach verstehen können, wenn König Friedrich I. von Preußen ein Rescript erließ, welches den Juden den Gebrauch des Gebetes Olenu einfach untersagte. Dasselbe lautet: Wir Friedrich von Gottes Gnaden König in Preußen u. s. w. geben hiemit allen und jeden Prälaten, Grafen, Herren u. s. w., wie auch insgemein allen unfern Unterthanen, Gläubigen und Ungläubigen, über welche der allerhöchste Gott uns in unserm Königreich nach seinem allerhöchsten Rath und Willen gesetzt, nebst Entbietung unseres gnädigen Grußes zu vernehmen: Daß Uns gebühre, Lob, Preis und Ehre und Dank zu geben Dem, der Uns Königreich, Macht und Stärke, Ehre und Herrlichkeit verliehen hat, und daß mit Uns Alle, die auf Erden seine Statthalter und seines Reichs 10

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