Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 9-10 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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143 das Herz. Er steht, wie die Juden während der Zeit, wo die anderen Völker erst zum Christenthum erzogen werden sollen, an einem abgeschlossenen Orte, in der Behausung des Talmud, verwahrt werden. Als dann die Zeit erfüllt ist, und unter den Völkern, wenngleich die große Masse innerhalb derselben sich der Zucht des Evangeliums bereits wieder zu entziehen beginnt, doch neben den Kräften der Lüge genug Kräfte der Wahrheit vorhanden sind, um auch den Juden eine ernstere Arbeit zuzuwenden, da wird der Zaun, welcher die letzteren von ihrer Umgebung abgeschieden hatte, niedergerissen, und das Werk des Evangeliums an Israel beginnt auf neue Weise. Eine große Zahl einzelner Juden wird für das Christcnthum gewonnen, und nicht wenige derselben helfen das Heil, welches sie selbst erfahren haben, weiter unter Christen, Juden und Heiden tragen — denn unter solchen allen wirken bekehrte Juden. Die anderen aber, deren Stunde noch nicht gekommen ist, werden rastlos weitergetricben, und ihr Geist und Herz kommt nirgends zur Ruhe. Gewinnen sie Geld und Gut, so verfeindet sie das mit ihrer Umgebung; sammeln sie mit an den Geistesschätzen der Völker und bauen sie mit an ihrem Hause, dann heißt man sie immer ungeduldiger, die noch trennende Scheidewand des „noch Jude sein" endlich abznthun, und so läßt man sie nicht zur Heimathsfreude komincn, so kommen sie auch selbst nicht zum Heimathsgefühl. Im eigenen Hause aber wächst der Streit und Zank, und die ruhigsten Tage sind jedesfalls dahin. Das ist die Lage des heutigen Israel. Wohin wird sein Gang dasselbe noch führen? Wir, die in der Zeit nur ein Eilen zur Ewigkeit hin erkennen, wissen cs wohl — er führt endlich zum Fricdefürsten und großen Ruhebringer, er führt zu Jesu, Israels und aller Welt Heiland! Das jüdische Gebet Oleuu und Friedrich I. C. W. Spieker hat im Jahre 1809 ein Buch erscheinen lassen, welches er „Eine historisch-publicistische Untersuchung über die ehemalige und jetzige Lage der Juden in Deutschland" betitelt. In demselben schreibt er auch über das vielgenannte jüdische Gebet Olenu Folgendes: