Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 9-10 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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14t Jüdenfamilic geben wird, die nicht in dem Kreise ihrer Verwandtschaft ein Christ gewordenes Glied zählte. Und ist augenblicklich die Zahl der Uebertritte etwas geringer als in der Zeit vor 1848, so gewinnen doch diese Bekehrungen in dem Maße, als ein bürgerlicher Vortheil mit denselben nicht mehr verbunden ist, an Werth und Bedeutung, und die Juden selbst können sich den Taufen der Ihrigen gegenüber immer weniger damit beruhigen, daß weltliche Beweggründe zu denselben den Anlaß gegeben hätten. Aber es ist auch noch ein anderer Fortschritt zu verzeichnen. Je enger und näher die Berührung zwischen Juden und Christen geworden ist, desto mehr ist in den letzteren auch der Gedanke an die Pflicht erwacht, die frohe Botschaft von dem wahrhaftigen Heil für Zeit und Ewigkeit Jedermann zu verkündigen. Wenn beispielsweise schon auf etwa 10—12,000 Juden ein christlicher Arbeiter kommt, der sich das Zeugniß der ewigen Wahrheit an die zerstreuten Kinder Israel zur eigentlichen Lebensaufgabe gemacht hat, so ist das ein Fortschritt der christlichen Liebesarbeit, den die ganze frühere Kirchengeschichte kaum je erhofft hat. Und dieser Arbeit liegt doch eben der Glaube an die Möglichkeit der Bekehrung der Juden zu Grunde. Ja, welch ein Unterschied auch in diesem Stücke gegen früher! Noch giebt es freilich genug Christen, welche blos denken und sagen möchten: „Das Judcnherz ist so stock-, stein-, tenfelshart, daß cs auf keine Weise bekehrt werden kann"; aber denen stehen Tausende in allen Theilen der Christenheit bereits gegenüber, die trotz der wachsenden Feindschaft, welche sich sonst zwischen den heutigen Inden und ihrer Umgebung ausbildet, an „die Kraft des Evangeliums, die Juden selig zu machen" glauben und daher für sie beten, daher mit ihnen vom Evangelio reden, daher Schriften für sie verfassen und sie unter ihnen verbreiten, daher Liebesgaben für die Judenmission sammeln, daher Vereine für Israel bilden, daher sich mit und nach der Schrift der großen Hoffnung für Israel freuen. Die Juden selbst aber wissen es bereits in den meisten Gegenden, daß es einen solchen Glauben, eine solche Liebe und eine solche Hoffnung für sie unter den Christen giebt. Wer die Geschichte der Juden seit Christo bis ans unsere Tage mit dem Auge eines Christen verfolgt lind dann die Vergangenheit mit der Gegenwart vergleicht, dem wird es warm um