Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 9-10 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 bisherigen Mitglieder innerhalb der einzelnen Synagogcngemeinden bestimmenden Einfluß ausüben werde, als selbst unter den früheren gesicherten Verhältnissen viele derselben schon einen harten Kampf um ihren Bestand zu kämpfen hatten. Aus Furcht, zahlende Mitglieder zu verlieren, werde man möglichst alle Neuerungen und Verbesserungen nnterlassen und eben damit einen entsetzlich dumpfen und tobten Zustand in vielen Gemeinden herbeisühren. Ein solcher sei jedoch auf die Dauer unerträglich, und würde eben deshalb nur der Vorläufer von viel tiefer gehenden Spaltungen werden. — So jener Fürsprecher und Hauptapostel des modernen Judenthums. Derselbe weiß aber freilich nicht, welch' großes Armuthszeugniß er nach allen den pomphaften Lobeserhebungen des heutigen Israel demselben ausstellt. Fort und fort hat er uns glauben machen wollen, daß die Welt in dem Israel der Gegenwart das Ideal einer religiösen Gemeinde besitze, und nun bekennt er selbst, daß eine leere Geldfrage in derselben Alles umzuändern im Stande sei. Die verachteten und verhöhnten Orthodoxen lassen sich es tüchtig etwas kosten, um nur Gemeinschaften eigener Art herzustellen, und die Geldfrage spielt in ihrer Mitte höchstens eine zweite Rolle. Freilich mit Recht klagt das neuere Judenthum die heutigen Orthodoxen an; denn dieselben sind weit davon entfernt, das Armuthsgewand der talmudischen Zeit tragen und wie dieselbe auf den Genuß der modernen Emancipation verzichten zu wollen; aber selbst bei diesen Resten des alten Glaubens haben sie noch mehr Vertrauen für ihre Sache, als die Anderen, wenn sie nun ganz auf sich selbst und ihre vielgepriesene „Idee" gestellt sind. Das neuere Judenthum wird aber in der Thal schrittweise vorwärts gedrängt. Dasselbe hat es auch mit der Kultur versuchen wollen und von dem Gebrauche derselben eine neue, höhere Periode des jüdischen Lebens erwartet. Der Erfolg ist gewesen, daß die eigenen Kinder der Erbauer des Talmud die alte Burg zerstört haben, und fast Niemand mehr, der von den Gütern der Neuzeit gekostet hat, in die alte Festung zurück will. Man nimmt theilweise noch etliche Steine aus dem alten Gemäuer mit, um dieselben in dem schöneren Neubau anzubringen, aber erweckt dadurch nur den Widerspruch Anderer, die gern ein Haus aus einem Guß haben möchten. Der neue Tempel hingegen ist aufgeführt worden, ohne daß man die Kosten überschlagen hat. Nun droht